Andalusien Rundreise

Málaga – Marbella – Ronda – Cádiz – Jerez – Sevilla – Córdoba – Granada

Andalusien – das sind Flamenco, Stierkampf, Tapas und Sherry. Aber noch so viel mehr! Als Schmelztiegel abendländischer und orientalischer Kulturen hält die größte autonome Region Spaniens einiges für seine Besucher bereit. Am besten lernen Sie Andalusien bei einer Rundreise kennen. Bestaunen Sie prächtige historische Bauten, lernen Sie alles über den arabischen Einfluss und spazieren Sie entlang der endlosen Strände. Eine Andalusien Rundreise wird Sie ins Staunen versetzen und Ihnen die vollkommene Schönheit Südspaniens in all ihrer Pracht präsentieren.

Auf den Spuren der AraberRoutenempfehlungKulinarikKlima und beste Reisezeit

Gut zu wissen

  • Hauptstadt: Sevilla
  • Einwohner: 8,4 Millionen
  • Größe: 87.268 km² (zum Vergleich: Portugal hat 92.212 km²)
  • 8 Provinzen: Huelva, Sevilla, Cádiz, Córdoba, Jaén, Granada, Málaga, Almería
  • Sprache: Spanisch mit starkem andalusischem Dialekt
  • mehr als 300 Sonnentage im Jahr
  • Bekannt für: Stierkampf, Tapas, Sherry, Flamenco

Auf den Spuren der Araber

Mezquita
Credit: @Joe David

Eine Andalusien Rundreise bietet sich nicht nur wunderbar an, um die südspanische Kultur kennenzulernen, sondern auch in die spannende Geschichte des Landes einzutauchen. Immerhin werden Sie die Zeugnisse aus der Zeit der Araber, die sich von 711 bis 1492 in Andalusien niedergelassen haben, hautnah miterleben. Da lohnt es sich, zuvor einmal genauer hinzuschauen:

Der südliche Teil Spaniens war schon immer eine begehrte Gegend, nicht zuletzt aufgrund seiner guten Lage am Meer, des mediterranen Klimas und des unglaublichen Reichtums der Natur. Im Jahr 711 legten die Mauren und Araber, die nur 14 km Seeweg von Spaniens Süden trennte, in Andalusien an und eroberten die gesamte Iberische Halbinsel innerhalb von nur wenigen Jahren. Dabei ließen sie bedeutende Hinterlassenschaften zurück wie kein anderes Volk jemals zuvor – man nehme zum Beispiel die prächtige Alhambra in Granada oder die Mezquita in Córdoba.


Die wichtigsten Fakten zur maurischen Herrschaft und der Reconquista:

  • Politik der Akzeptanz und Toleranz
  • Das Land blühte auf: Weinbau, Errichtung großartiger Bauten, Handel u.a. mit Leder, Gewürzen & Parfum
  • Andalusien wurde zum Zentrum für Kultur und Wissenschaft
  • ABER: Rebellionen kleiner christlichen Restgebiete bereits 718
  • Reconquista dauerte fast 800 Jahre an
  • Granada wurde 1492 als letzte Stadt zurück in spanische Hände gegeben
Wer waren eigentlich die Mauren? Es handelt sich dabei um ebenjene Berberstämme, die von den Arabern islamisiert wurden und diese als kämpfende Truppen bei der Eroberung der Iberischen Halbinsel unterstützten. Die Bezeichnung „Mauren“ ist wahrscheinlich abgeleitet von der römischen Provinz Mauretanien im Nordwesten Afrikas, was wiederum vom lateinischen Begriff „mauros“ („dunkelhäutig“) stammen soll.

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Ein Urlaub in Andalusien ist vielseitig: Hier erwarten Sie beeindruckende Metropolen, wunderschöne Küstenabschnitte, herrliche Naturkulissen und kleine quirlige Orte. Nehmen Sie sich auf Ihrer Andalusien Rundreise Zeit, von allem etwas zu entdecken und lassen Sie sich verzaubern! Von schmackhaften Tapas, sonnengeküssten Prachtbauten, maurischen Hinterlassenschaften, der andalusischen Lebensfreude und vielem mehr.

Andalusien Rundreise Routenempfehlung

Kommen wir nun zu der Route Ihrer Rundreise. Die Reise durch Andalusien starten Sie am besten in der Küstenstadt Málaga, die Sie von verschiedenen deutschen Flughäfen bequem direkt erreichen, zum Beispiel ab Berlin (3,5 Stunden), Düsseldorf oder Frankfurt (jeweils 3 Stunden). Weiter geht es dann mit dem Mietwagen, der Ihnen Flexibilität erlaubt und Sie auch in abgelegenere Regionen bringt. Da die einzelnen Destinationen relativ nah beieinanderliegen, dürfen Sie sich auch auf recht kurze Fahrtzeiten freuen. Die längste Strecke erwartet Sie zwischen Córdoba und Granada mit rund 200 km. Aber nun erst einmal zum wirklich spannenden Teil: Ihre Andalusien Rundreise!

Málaga – Marbella – Ronda – Cádiz – Jerez – Sevilla – Córdoba – Granada

Starten Sie Ihre 14-tägige Reise zur ewigen Sonne in Málaga, besuchen Sie die Weißen Dörfer, trinken Sie Sherry in Jerez, feiern Sie die Feria de abril in Sevilla und lassen Sie sich in Granada von der beeindruckenden Alhambra den Atem rauben. Dabei erfahren Sie mehr über die Zeit der arabischen Besatzung Andalusiens, das friedliche Zusammenleben von Christen und Arabern sowie die Rückeroberung der Iberischen Halbinsel. Lassen Sie sich vom spanisch-arabischen Charme mitreißen, kosten Sie sich durch die vielfältige Küche und machen Sie aus Ihrer Andalusien Rundreise ein unvergessliches Abenteuer. Los geht’s!

Tag 1-2: Málaga – Kultur pur an der Costa del Sol

„In keiner anderen spanischen Stadt habe ich mich so glücklich und so wohl gefühlt wie in Málaga“.Hans Christian Andersen

Ihr Andalusien-Abenteuer beginnt an der Costa del Sol in Málaga. Nach Sevilla ist die Stadt der zweitgrößte Ort der autonomen Region. Bekannt ist Málaga vor allem für die zahlreichen Kulturveranstaltungen, Straßenfeste und das rege Nachtleben. Am besten verweilen Sie in einer (oder mehreren) der unzähligen Tapas Bars und beobachten das bunte Treiben auf den Straßen sowie die Flamenco-Tänzer, die in den Bars auftreten.

Über die besten Bewertungen dürfen sich zum Beispiel diese Restaurants und Tapas-Bars in Málaga freuen:

  • El Meson de Cervantes
  • Tapeo de Cervantes
  • La Tranca
  • El Gastronauta
Malaga
Credit: @JL 🎒🌎

Ein Pluspunkt Málagas ist natürlich die Lage direkt am Meer. Wir empfehlen daher, immer ein Handtuch dabei zu haben für eine spontane Pause zwischendurch. Immerhin lässt es sich am Strand beim Rauschen der Wellen prima vom Sightseeing oder Shoppen in den über 1.000 Boutiquen, Geschäften und kleinen Läden in der gemütlichen Altstadt erholen. Hier laufen Ihnen übrigens auch immer wieder Flamenco-Tänzerinnen über den Weg und zeigen ihr Können. Im historischen Zentrum und am Hafen können Sie sich in den etwa 300 Gastronomiebetrieben genüsslich durch die Landesküche probieren.


Doch dürfen Sie bei einem Besuch in Málaga auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt nicht verpassen. Besonders beeindruckend ist die Alcazaba, die einstige Residenz arabischer Herrscher und gleichzeitig das Wahrzeichen Málagas. Die Festung – auch als „Kleine Alhambra“ bezeichnet – thront majestätisch über der Stadt und bietet ihren Besuchern neben einer wunderschönen Terrasse üppige Gartenanlagen und tolle Wasserspiele.

Malaga
Credit: @👾serena👾

Weitere Sehenswürdigkeiten in Málaga sind:

  • Das Castillo de Gibralfaro, eine gut erhaltene maurische Verteidigungsanlage aus dem 14. Jahrhundert mit Panoramablick auf die Stadt
  • Die Stierkampfarena Plaza de Toros de la Malagueta, eine der größten Arenen ganz Spaniens mit Platz für 14.000 Zuschauer und einem Durchmesser von 50 m
  • Der Paseo del Parque, die Kirche Santuario de la Victoria, die Catedreal de la Encarnación







Schon gewusst? 1881 wurde in Málaga der große Maler Pablo Picasso geboren, dem die Stadt ein Denkmal gesetzt hat. Unweit des Geburtshauses des Künstlers befindet sich das Picasso-Museum im Palacio de Buenavista, in dem mehr als 200 seiner Meisterwerke ausgestellt sind.

Tag 3: Zwischenstopp in Mijas (35 km)

Mijas

Auf der Fahrt von Málaga nach Marbella bietet es sich an, einen Zwischenstopp in Mijas einzulegen. Als eines der sogenannten „Weißen Dörfer“ ist es von den weißen Hausfassaden geprägt, die ein beeindruckendes Stadtbild ergeben. In Mijas lohnt es sich, ein paar Stunden durch die schmalen Straßen zu schlendern und in den lebhaften Cafés und Bars – natürlich bei Tapas – zu verweilen.

Schon gewusst? Die sogenannten Weißen Dörfer werden in der Landessprache als „Pueblos Blancos“ bezeichnet. Insgesamt rund 30 Bergdörfer formen die Route der Weißen Dörfer (Ruta de los Pueblos Blancos) und zeichnen sich durch ihre weiß gekalkten und mit Blumentöpfen dekorierten Häuser aus. Ausgangspunkt für die Route ist üblicherweise Arcos de la Frontera, etwa 35 km nordöstlich von Jerez gelegen.

Tag 4: Marbella – Urlaub am "schönen Meer"(35 km)

Marbella

Willkommen in Marbella – die Stadt, die übersetzt „schönes Meer“ bedeutet. Kein Wunder also, dass Marbella als Juwel der Costa del Sol am Mittelmeer gilt. Hier herrscht ein angenehmes Klima mit erfrischendem Luftgang: Der perfekte Ort für eine erholsame Zeit an der Küste. Die glamouröse Resort-Stadt ist ein wahrer Luxusbadeort in Spanien und wird gerne als spanisches St. Tropez bezeichnet.

Malaga
Credit: @Marbella Turismo

Marbella ist in zwei Teile unterteilt: Zum einen gibt es die Altstadt mit ihren kleinen Gassen, Bars und Cafés. Sie wurde vom Luxus-Boom verschont und versprüht noch immer das Flair vergangener Zeiten. Das Zentrum der Altstadt bildet die Plaza de los Naranjos – der Platz der Orangenbäume. Hier ist der Name Programm! Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Rathaus Casa Consistorial, die Kirche Santa María de la Encarnación sowie die Ruinen der Burg und der Stadtmauer.

Den anderen Teil Marbellas macht das Strand- und Hafenviertel aus. Am 6 km langen Küstenabschnitt lässt es sich auf der Strandpromenade Paseo Maritimo wunderbar flanieren. In der Nähe befindet sich auch die Avenida del Mar, eine Freiluftgalerie mit zahlreichen Skulpturen von Salvador Dalí. Der Jachthafen Puerto Banús ist der Treffpunkt der Superreichen und ihrer luxuriösen Jachten.

Tag 5: Ronda – eines der schönsten Weißen Dörfer (70 km)

Ronda
Credit: @Roberto Venturi

Nachdem Sie Ihre ersten Tage in Andalusien in Küstenstädten verbracht haben, begeben Sie sich nun etwas weiter ins Landesinnere, genauer nach Ronda. Die auf 723 m auf einem Felsplateau gelegene Kleinstadt ist eine der ältesten Städte Spaniens, gehört aber durchaus zu den ganz Großen! Bereits Ernest Hemingway verbrachte hier viel Zeit, darüber hinaus stand Ronda quasi Pate für Prosper Mérimées Novelle „Carmen“, auf deren Grundlage die gleichnamige weltberühmte Oper von George Bizet entstand.

Ronda – auch eines der „Weißen Dörfer“ – kann mit seiner wunderschönen Altstadt überzeugen, die durch malerische verwinkelte Gassen und weiße Häuserfronten geprägt ist. Das eigentlich Besondere an Ronda ist jedoch die Lage direkt an der 12 m tiefen Schlucht El Tajo und die diese überspannende Puente Nuevo („Neue Brücke“). Sie verbindet die Altstadt mit der Neustadt und ist zugleich das Wahrzeichen und die Hauptattraktion Rondas.

Ronda Arena
Credit: @Jose Maria M S

Doch damit nicht genug, denn Ronda hat noch einiges mehr zu bieten. Darunter zum Beispiel eine der ältesten und besterhaltenen Stierkampfarenen, die Plaza de Toros de Ronda. Sie wurde 1783 vom Architekten der Puente Nuevo, José Martin de Aldehuela, gebaut und liegt im Zentrum der Stadt. Auch heute finden hier noch Stierkämpfe statt. Bei einer Besichtigung können Sie die spezielle, wenn nicht sogar schon makabre Atmosphäre selbst erfahren.

Schon gewusst? Obwohl der Stierkampf bereits seit Jahrzehnten von Tierschützern kritisiert wird, finden die Kämpfe noch immer in ganz Spanien statt. Viele wissen jedoch nicht, dass der Stierkampf ursprünglich aus Andalusien stammt – hier sind die berühmtesten Stierkampfarenen des Landes zu finden – ganze 150 an der Zahl!

Auch diese Sehenswürdigkeiten sollten Sie in Ronda besichtigen:

  • Die Arabischen Bäder, vor allem im islamischen Viertel im Stadtteil San Miguel
  • Den Palast Mondragon, ein Zeugnis der islamischen Zeit, der heute ein Museum mit einer Ausstellung zu den Naturräumen der Serranía de Ronda beherbergt
  • Den Park Alameda de Taho, eine Oase der Ruhe, die einen wunderbaren Blick auf die Natur rund um Ronda bietet

Tag 6: Cádiz – Sightseeing und Badeurlaub in einem! (150 km)

Heute erreichen Sie Cádiz an der Costa de la Luz. Sie können entweder direkt von Ronda aus hierherfahren, oder aber Sie legen einen kleinen Umweg ein und besuchen beispielsweise noch Gibraltar oder machen einen Tagesausflug nach Marokko. So wird Ihre Andalusien Rundreise noch vielfältiger!

Cádiz ist eine der ältesten Städte Westeuropas und eine faszinierende Hafenstadt. Ihre Blütezeit erfuhr sie im 18. Jahrhundert durch den spanischen Handel mit der Neuen Welt. Am Ende einer Halbinsel gelegen, ist Cádiz fast vollständig von Wasser umgeben. Wenn Sie im Andalusien Urlaub gerne auch das traumhafte Wetter zum Baden ausnutzen möchten, heißt es für Sie natürlich: Badesachen einpacken und auf zu den wunderschönen Atlantikstränden an der Costa de la Luz! Ein hübscher Strand ist der kleine Playa de la Caleta am nördlichen Ende der Altstadt mit hellem, feinem Sand. Besonders schön ist es hier bei Sonnenuntergang! Sehr breit und in mehrere Abschnitte unterteilt ist dagegen der Playa de Santa Maria del Mar, der viel Platz zum Sonnenbaden und Entspannen bietet.

Cadiz

Sightseeing in Cádiz

So schön es an den Stränden von Cádiz auch ist – die Stadt selbst bietet auch wunderbare Sehenswürdigkeiten. Sie ist geradezu ein Labyrinth aus schmalen Gassen, lebhaften Plätzen und prachtvollen historischen Gebäuden. Vor allem die Altstadt ist sehr authentisch und roh, was ihren besonderen Charme ausmacht. Bei einem Besuch in Cádiz lohnt es sich, den Torre Tavira zu erklimmen. Der Aussichtsturm stammt aus dem 18. Jahrhundert und diente dazu, Ausschau nach ankommenden Schiffen aus Südamerika zu halten. Mit 45 m ist er der höchste der heute noch 126 existierenden Türme und bietet einen traumhaften Blick über die Stadt.

Besuchen Sie aber auch weitere Highlights in der Stadt:

  • die Catedral de la Santa Cruz de Cádiz mit ihrer goldglänzenden Kuppel und Elementen aus dem Barock, Rokoko und der Neoklassik
  • die Calle Virgen de la Palma, wo sich haufenweise Palmen, aber auch Restaurants und Tapas Bars aneinanderreihen
  • das Castillo de San Sebastián, einst ein Teil der Festungsanlage zum Schutz der Stadt

Tag 7: Jerez de la Frontera – die Stadt des Sherry (35 km)

In der Provinz Cádiz gelegen, erreichen Sie heute Jerez de la Frontera – einen der edelsten Orte Andalusiens. Hier sind aristokratische Paläste und die volkstümliche Prägung andalusischer Häuser miteinander verbunden und formen ein wunderschönes Stadtbild. Jerez war eine besonders umkämpfte Region, so sind noch heute arabische wie auch römische Einflüsse deutlich zu erkennen und die Stadt bietet ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Der Name kommt aus der Zeit der arabischen Besatzung der spanischen Halbinsel: Jerez befand sich damals genau an der Grenze (auf Spanisch „frontera“) zum europäischen Spanien.

Schon gewusst? Als die Araber von 711 bis 1264 hier waren, nannten sie die Stadt Sherish. Hiervon leitet sich der Name des aus Jerez stammenden Aperitifs „Sherry“ ab. In Jerez sind unter anderem die großen Sherry-Dynastien Domecq und González Byass (Tío Pepe) beheimatet. Während Ihrer Rundreise lohnt es sich, eine der Bodegas zu besuchen und sich durch die verschiedenen Sorten zu probieren. Die Spanier selbst trinken gerne den trockenen Sherry (Fino), den sie im Sommer auf Volksfesten gerne mit Limonade verdünnen – auch Rebujito genannt.

Eines der beliebtesten Touristenziele der Stadt ist der Alcázar de Jerez. Die Bezeichnung „alcázar“ stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Festung“. Der Alcázar de Jerez hatte eine integrierte Moschee, die während der Reconquista in eine Kirche umgewandelt wurde. An dieser Stelle kommt das reichhaltige kulturelle Erbe der Stadt deutlich zum Tragen!


Festivals von Jerez

Flamenco
Credit: @Festival De Jerez

Vor allem bekannt ist Jerez für seine Festivals. So findet zwischen Februar und März das weltbekannte Festival de Jerez statt, ein spektakuläres Flamenco-Festival, das zahlreiche internationale Besucher anzieht. Die besten Tänzer des Landes stellen dann ihr unglaubliches Können zur Schau. Flamenco-Kundigen werden die Namen Manuel Valencia, Diego Carrasco und Rafael Campallo durchaus etwas sagen.

Anfang Mai findet darüber hinaus die jährliche Pferdemesse Feria del Caballo statt – immerhin ist Jerez das Mekka der andalusischen Pferdezucht. Die Messe dauert eine Woche lang und wird natürlich von viel Flamenco begleitet. Hinzu kommen der Pferdeumzug „Paseo de Caballos“ und die pure andalusische Lebensfreude.

Bevor Sie Ihre nächste Station – die andalusische Hauptstadt Sevilla – erreichen, lohnt es sich, unterwegs noch ein wenig in die Natur einzutauchen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Abstecher zum Nationalpark Coto de Doñana? Der Park ist ein Labyrinth aus Erde und Wasser und gleichzeitig Spaniens bedeutendstes Feuchtgebiet. Lassen Sie sich zum Beispiel bei einer geführten Tour Einblicke in die artenreiche Flora und Fauna geben, lernen Sie mehr über die Entwicklung von Doñana in den letzten Jahren und beobachten Sie seltene Tierarten wie Luchse und Damwild sowie Flamingos und verschiedene Arten von Wasservögeln.

Tag 8-10: Sevilla – wo Flamenco und Stierkampf zu Hause sind (90 km)

Nachdem Sie sich in der Natur ein wenig vom Trubel der andalusischen Städte erholt haben, erwartet Sie mit Sevilla ein weiteres Highlight Ihrer Rundreise. Hier sind der Stierkampf und Flamenco zu Hause. Sevillas Blütezeit begann bereits im 16. Jahrhundert mit der Kolonialisierung Amerikas, als Sevilla das Handelsmonopol für die südamerikanischen Kolonien zugesprochen bekam. Heute zieren schmale Gassen und blumengeschmückte Innenhöfe die Stadt.

Sevillas schönste Sehenswürdigkeiten

Malaga
Credit: @Sevilla

In Sevilla befindet sich eines der bedeutendsten Bauwerke von ganz Andalusien, der Königspalast Alcázar (Reales Alcázares de Sevilla). Er stammt aus dem Mittelalter und wurde auf den Ruinen eines maurischen Forts gebaut – ein gutes Beispiel für die Kombination von christlichen und maurischen Elementen. Im 14. Jahrhundert errichtet, ist der Alcázar eine der ältesten Schlossanlagen in Europa und UNESCO Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend sind seine verschiedenen Gärten in französischen, englischen und arabischen Baustilen. Bis heute wird der Alcázar als offizielle Residenz der spanischen Königsfamilie genutzt, wenn sie sich in Sevilla aufhält.

Schon gewusst? Die Gärten des Alcázar wurden unter anderem als Drehort für Szenen in der weltweit erfolgreichen Serie Game of Thrones genutzt. Welche Region der Sieben Königslande kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an prachtvolle Wassergärten denken? Richtig, Dorne!

Eine weitere Besonderheit in Sevilla ist die Plaza de España im Parque de María Luisa am Ufer des Río Guadalquivir. Konzipiert von Aníbal González ist die Plaza gut 50.000 m² groß und wurde während der vierjährigen Bauzeit als Halbkreis angelegt. An die Plaza schmiegt sich ein 515 m langer Kanal, den Sie mit dem Boot befahren können. Insgesamt vier Brücken überqueren ihn und sollen an die alten Königreiche Spaniens erinnern.

Malaga
Credit: @1bagpacked, CITM
Die Plaza de España kommt Ihnen bekannt vor? Sie war bereits Kulisse für weltbekannte Filme wie Lawrence von Arabien oder Star Wars II: Angriff der Klonkrieger.

Die Sehenswürdigkeiten in Sevilla wollen einfach kein Ende nehmen, denn auch die Kathedrale Santa María de la Sede sollte weit oben auf Ihrer Sightseeing-Liste stehen: Anfang des 15. Jahrhunderts stand hier noch die Hauptmoschee von Sevilla, heute zählt die gotische Kathedrale zu den schönsten Kirchen der Welt. Neben dem 97 m hohen Glockenturm Giralda, der einst ein maurisches Minarett war, beherbergt sie auch das Grabmal von Christoph Kolumbus. Die Aussichtsplattform des UNESCO Weltkulturerbes bietet einen wunderbaren Rundumblick auf die gesamte Stadt.

Sevillas Feria de abril

Volksfestfreunde aufgepasst! Zwei Wochen nach der Semana Santa, der Woche von Palmsonntag bis Ostersonntag, findet in Sevilla das Frühlingsfest „Feria de abril“ statt. Es ist vergleichbar mit dem deutschen Oktoberfest – nur, dass es im Frühjahr statt im Oktober stattfindet und Sherry statt Weißbier in Strömen fließt.

Jeder Tag der Feria beginnt mit einer Parade und es werden sogenannte „casetas“ (Festzelte) aufgebaut, zumeist von lokalen Familien, Unternehmen, Parteien und Vereinen. Aber es gibt auch öffentliche casetas, in denen Tapas und Getränke wie Sherry in verschiedenen Formen, zum Beispiel als Manzanilla oder Rebujito, getrunken werden. Natürlich dürfen auch ausgelassenes Tanzen, bunt geschmückte Pferde sowie Frauen und Männer in ihren Flamenco-Outfits nicht fehlen. Die Feria de abril findet auf dem Gelände Real de la Feria im Viertel Los Remedios im Südwesten Sevillas statt.

Die wichtigsten Feria-Fakten im Überblick:

  • 1847 begründet, um Handel zu betreiben
  • jährlich bis zu 1,5 Millionen Besucher
  • über 1.000 Festzelte, in denen es hoch hergeht
  • mit Jahrmarkt, Stierkämpfen und spektakulärem Feuerwerk zum Abschluss
Tipp: Gehen Sie zur Mittagszeit zum Fest, denn dann gibt es so einiges zu entdecken. Es reihen sich historische Pferdekutschen aneinander und Händler preisen ihre Ware an. Aber auch am Abend ist hier so einiges los, wenn in den Zelten bei mitreißender Musik bis in die Puppen getanzt wird.

Tag 11-12: Córdoba – wo Orient auf Okzident trifft (145 km)

In Córdoba trifft die Vergangenheit auf die moderne Großstadt der Gegenwart. Gebaut und benannt wurde die Stadt von den Römern, die als ehemalige kleine Siedlung ab 169 v. Chr. zu einem der Hauptorte Südspaniens ausgebaut wurde. In der Zeit der Maurer war Córdoba stark islamisch geprägt, aber dennoch bekannt für das friedliche Zusammenleben von Christen, Juden und Muslimen. Mit einer halben Million Menschen war Córdoba eine der größten Städte der damals bekannten Welt.

Mezquita
Credit: @Spain Vacations by HapTag®



Ein besonderes Wahrzeichen der Stadt ist die Mezquita, eine Moschee aus der maurischen Zeit. Nach der Reconquista bauten die Christen eine katholische Kathedrale in die Moschee, was den wunderbaren Mix aus westlicher und arabischer Architektur ganz deutlich aufzeigt. Seit 1984 ist die Kathedralmoschee UNESCO Welterbe.



Von 8:30 bis 9:30 Uhr können Sie die Mezquita kostenlos von innen besichtigen. Zudem sollten Sie es sich nicht entgehen lassen, den im Innenhof stehenden Torre Companario zu besteigen und von ihm aus den weitläufigen Blick über die Stadt genießen.


Auf den Spuren von Christoph Kolumbus

Zu guter Letzt zeichnet sich Córdobas Sehenswürdigkeitenlandschaft durch den Alcázar de los Reyes Cristianos aus, dem Palast der christlichen Könige. Bevor Christoph Kolumbus von der westlichen Provinz Huelva aus nach Amerika aufbrach, holte er sich beim spanischen König Ferdinand und dessen Frau Isabella in diesem Palast die Erlaubnis für seine abenteuerliche Reise ein. Heute besticht der ehemalige Palast mit einer großen Gartenanlage, die von arabischer und christlicher Baukunst angehaucht ist. Bewundern Sie zudem den Springbrunnen, die Wasserspiele und die antiken Kunstschätze aus dem 2. und 3. Jahrhundert, die der Alcázar beherbergt.

Malaga
Credit: @Isabel Padilla alias EL BÚHO
Eine Reise nach Córdoba lohnt sich vor allem im späten Frühjahr zum jährlich stattfindenden Festival de Patios. Dann zieren bunte Blumen die schneeweißen Hauswände und die sonst nicht öffentlich zugänglichen Innenhöfe können besichtigt werden. Das Festival de Patios beginnt üblicherweise Ende April oder Anfang Mai, dauert zwei Wochen und erstreckt sich über die gesamte Stadt. Zwar ist der Andrang recht groß und man wird nicht immer sofort in die Höfe gelassen, aber es lohnt sich! Und zwar so sehr, dass das sich Festival einen Platz auf der UNESCO Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit sichern konnte. Die schönsten Innenhöfe gibt es in den Stadtteilen Judería und San Basilio.

Wer nicht zum Festival anreisen kann, der kann auch geführte Touren außerhalb der zwei Wochen buchen und dabei zugleich mehr über die Ursprünge der Stadt zur Zeit der Römer und Araber sowie die Entwicklung der Innenhöfe erfahren.

Tag 13-14: Granada – das Beste kommt zum Schluss! (200 km)

Granada ist eine der bekanntesten Hochburgen der andalusisch-maurischen Kultur und noch immer zeugen Bauwerke und Lebensgewohnheiten der Einwohner von dieser Zeit. Die Stadt war damals und gilt auch heute noch als das kulturelle Zentrum Andalusiens. Hier hinterließen die Araber eine blühende Wissenschaft. Granada ist sogar bis heute das Symbol für das fruchtbare Zusammenleben einer multikulturellen Gesellschaft – immerhin ist die Studentenstadt das beliebteste Ziel in Europa für ein Auslandssemester.

Andalusiens Meisterwerk: Die Alhambra

Natürlich ist Granada aus touristischer Sicht vor allem für eines bekannt: die Alhambra. Auf dem Sabikah-Hügel gelegen, ist die ehemalige Festungsanlage das besterhaltene Beispiel für den maurischen Stil in der islamischen Kunst und Architektur. Der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet „die Rote“ – vermutlich aufgrund der Farbe der Mauern. Die Alhambra entstand im Laufe des 11. Jahrhunderts und diente einst der Verteidigung der Stadt. Besonders schön sind der Myrtenhof und die umwerfenden Gärten der 740 m langen maurischen Burganlage. Die Alhambra ist UNESCO Weltkulturerbe und das weltweit berühmteste Zeugnis der islamischen Kunst.

Schon gewusst? Das „Al-“ in „Alhambra“ zeigt den arabischen Einfluss ganz deutlich. Auch bei Städtenamen ist dies zu beobachten, beispielsweise bei Almería und Alicante. Zwischen 711 und 1492 wurden die muslimisch beherrschten Teile der Iberischen Halbinsel insgesamt als al-Andalus bezeichnet.
Alhambra
Natürlich sollten Sie bei einem Besuch in Granada die Alhambra aus nächster Nähe bewundern und am besten schon im Voraus eine geführte Tour buchen. Aber auch von weitem ergibt sich ein spektakulärer Blick auf die maurische Festungsanlage, so zum Beispiel vom Aussichtspunkt „Mirador de San Nicolás“ aus. Vor allem nachmittags sollten Sie hier Ihre Kamera zücken, wenn die Sonne den Palast in warmen Rot- und Orangetönen schimmern lässt. Wenn das nicht der perfekte Abschluss Ihrer Andalusien Rundreise ist, bevor Sie aus Málaga wieder die Heimreise antreten!

Auch, wenn die Alhambra die restlichen Sehenswürdigkeiten Granadas locker in den Schatten stellt, sollten Sie diese dennoch unbedingt besuchen. Darunter fallen:

  • Der Sommerpalast Generalife, die älteste erhaltene maurische Gartenanlage, die im 13. Jahrhundert oberhalb der Alhambra errichtet wurde.
  • Das Stadtviertel Albaicín, das älteste Viertel von Granada mit Gebäuden aus der maurischen Zeit und rund 30 Moscheen. Der Wandel von einer muslimisch zur christlich geprägten Stadt ist hier deutlich zu spüren.
  • El Banuelo, ein ehemaliges öffentliches Bad der maurischen Bevölkerung, bestehend aus drei Räumen, wie es für arabische Bäder üblich ist.
  • Albaicin
    Albaicín
    Granada grenzt an die Sierra Nevada, die für Naturbegeisterte ein einmaliges Ausflugsziel ist. In dem über 3.000 Meter hohen Gebirge erwartet sie eine üppige Vegetation von außergewöhnlicher Schönheit mit mehr als 2.100 verschiedenen Pflanzenarten. Mit ein wenig Glück können Sie in der kargen Landschaft der Sierra Nevada auch die ein oder andere Schneemaus entdecken, den Iberien-Steinbock oder die Wildkatze.

    Tagesausflug nach Gibraltar

    Gibraltar Karte

    Wenn Sie eine Pause von Tapas und Sherry vertragen können, empfehlen wir: auf nach Gibraltar! Hier stehen stattdessen Fish & Chips und Pale Ale auf der Speisekarte. Ebenso britisch sind die roten Doppeldeckerbusse und die typischen Telefonboxen. Verzichtet wird dagegen auf den Regen und Linksverkehr.

    Zwischen Spanien und Marokko gelegen, ist das gerade einmal 6,5 km² große Gibraltar eine britische Kronkolonie. 711 wurde Gibraltar von den Arabern eingenommen, gelang 1462 im Zuge der Reconquista jedoch wieder in spanische Hände. Im Rahmen der spanischen Erbfolgekriege wurde Gibraltar jedoch 1704 durch die Engländer erobert – und wird wohl noch viele weitere Jahre ein britisches Überseegebiet bleiben. Schließlich besagt eine uralte Legende „Solange die Affen in Gibraltar leben, werden die Briten hier herrschen“.

    Die Berberaffen – dafür ist Gibraltar bekannt. Sie leben auf dem 426 m hohen Gipfel „The Rock“ und sind die einzigen freilebenden Affen Europas. Mit der Seilbahn gelangen Sie innerhalb von nur 6 Minuten auf den Felsen und können hier nicht nur die putzigen – und oft frechen – Bewohner antreffen, sondern auch einen Blick auf Nordafrika erhaschen.

    Gibraltar können Sie beispielsweise von Marbella (80 km) oder Ronda (110 km) aus erreichen und sich dann von hier aus auf den Weg nach Cádiz (120 km) machen. Oder aber Sie legen noch einen Zwischenstopp in Tarifa (45 km) ein und verbringen einen Tag in Marokko.

    Tagesausflug nach Marokko

    Gibraltar Karte

    Sie können schon jetzt gar nicht genug von den arabisch angehauchten Abenteuern bekommen? Dann ab nach Marokko! Legen Sie doch einen kleinen Umweg ein und fahren Sie während Ihrer Andalusien Rundreise nach Tarifa, die südlichste Spitze Spaniens und gleichzeitig Europas an der Costa del Sol. Von hier aus erreichen Sie den afrikanischen Kontinent mit der Fähre in nur etwa einer Stunde. Tarifa ist wegen der starken Atlantikwinde vor allem bei Surfern beliebt – so können Sie sich hier auch noch aufs Brett stellen und den Stoke genießen. Ansonsten ist Tarifa auch für die marokkanischen Einflüsse bekannt, die sich vor allem in den engen, weißen Gassen widerspiegeln.

    Die Fähre nach Marokko steuert die Hafenstadt Tanger an, wo das Mittelmeer auf den Atlantischen Ozean trifft. Tanger beherbergt über 150 Moscheen, aber auch Kirchen und Synagogen. Die Altstadt ist ebenfalls durch enge Gassen geprägt, an denen sich blaue oder ziegelrote Häuser reihen, sowie winzige Läden, in denen Backwaren und Stickseide verkauft werden. Auch viele kleine Nähstuben finden sich hier. Auf dem Markt erwartet Sie dagegen ein buntes und lautes Spektakel, begleitet von fremdartigen Gerüchen und schlichtweg faszinierenden Eindrücken.

    In Tanger sollten Sie auch die Kasbah besichtigen, die oberhalb der Altstadt gelegene Festung, die der Verteidigung der Stadt diente. Hier befindet sich auch das Kasbah Museum mit Reliquien vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Steinzeit, die die Geschichte der Stadt erzählen.

    Tipp: Die Fährfahrt von Tarifa nach Tanger dauert etwa eine Stunde und die Schiffe legen mehrmals täglich ab. Für die Einreise benötigen Sie einen noch 6 Monate gültigen Reisepass. Wenn Sie ein Auto mitführen, beachten Sie bitte, dass dies bei der Abreise unbedingt wieder ausgeführt werden muss, ansonsten wird Ihnen die Ausreise verweigert und es drohen hohe Zollstrafen. Außerdem müssen Sie eine „Grüne Versicherungskarte“ mitführen, die gelegentlich von der Polizei – und in jedem Fall bei Unfallbeteiligung – verlangt wird.

    Kulinarik

    Andalusiens Küche ist so vielfältig und wandlungsfähig wie die autonome Region selbst. Machen Sie auch kulinarisch einen Streifzug durch Südspanien und freuen Sie sich auf würzig-pikante und exotische Speisen – denn auch in der Küche haben der spanische Überseehandel und die Mauren ihre Spuren hinterlassen. Vor allem die kreative Kombination von Fleisch und Fisch mit Früchten und Kräutern hat ihren Ursprung in der arabischen Küche. Die Mauren brachten zudem Feigen, Granatäpfel, Zitrusfrüchte und Melonen aus dem Morgenland mit, die noch immer im Tal des Guadalquivir zusammen mit Kaktusfeigen, Pfirsichen und Quitten wachsen.

    Tapas

    Die andalusischen Speisen prahlen nicht gerade mit Raffinesse, sondern überzeugt mit dem unverwechselbaren Grundgeschmack ihrer Produkte. Dazu tragen zudem Knoblauch, Olivenöl, Meersalz, Pfeffer und Paprika bei. Dank unterschiedlicher Landschafts- und Klimazonen hat Andalusien kulinarisch einiges zu bieten, darunter Fisch und Meeresfrüchte, Schinken und Wurst, Fleisch und Gemüse sowie Oliven in sämtlichen Variationen. Diese feinen Speisen entfalten ihren Charme schon in Form der Tapas, die klassischerweise vor dem Hauptgericht gereicht werden.

    Schon gewusst? Tapas kommen ursprünglich aus Andalusien. „Tapa“ bedeutet Deckel: Früher wurde ein Glas Wein mit einer Zugabe darauf serviert, um zum einen den Fliegen den Weg in das Glas zu versperren und zum anderen den Wein bekömmlicher zu machen. Dabei handelte es sich zum Beispiel um ein Stück Käse, Oliven oder eine Scheibe Wurst oder Schinken. Hieraus hat sich schließlich eine Esskultur entwickelt, die mittlerweile weltweit bekannt ist.

    Bekannte spanische bzw. andalusische Spezialitäten sind weiterhin zum einen der iberische Serranoschinken, „Jamón Serrano“. Er kommt aus dem spanischen Hinterland und wird an der Bergluft in speziellen Lagerräumen getrocknet. Zum anderen gilt Gazpacho als traditionell spanisch – eine feine, kalte Gemüsesuppe in zahlreichen Variationen. Hierbei handelte es sich ursprünglich um ein Armeleuteessen aus Resten, heute wird das Sommergericht auch in Restaurants angeboten.

    Dank Andalusiens perfekter Lage sowohl am Atlantik als auch am Mittelmeer sind auch Fischgerichte äußerst beliebt. Hierunter fallen frittierte Minifische, Tintenfische, marinierte Anchovis, gegrillter Fisch und vieles mehr. Aber auch Fleisch wird gerne gegessen, zumeist Kaninchen, Lamm, Geflügel, Schwein und Rind, sowie deftige Eintöpfe und bunte Grillgerichte. Nicht fehlen darf natürlich die aus Valencia stammende Paella, die jedoch im ganzen Land verbreitet ist. Dabei handelt es sich um eine Reispfanne mit Gemüse und Meeresfrüchten oder Fleisch, die in den verschiedensten Variationen zubereitet wird.

    Schon gewusst? Spanien produziert 43,8% allen Olivenöls weltweit, das auch als „flüssiges Gold“ bekannt ist. Die größte Produktionsregion ist Andalusien, vor allem die Stadt Jaén nördlich von Granada.


    In Andalusien geht’s süß zur Sache

    Aber auch der süße Zahn kommt in Andalusien auf seine Kosten, denn die Auswahl an Gebäck und Desserts ist schier unendlich. Dies ist vor allem den Mauren zu verdanken, deren süße Speisen auf Basis von Mandeln und Honig die südspanische Küche deutlich beeinflusst haben.

    Probieren Sie während Ihrer Andalusien Rundreise:

    • Churros: frittierter Brandteig und gerne mit flüssiger Schokolade serviert
    • Alfajores: süßer Mandelstollen mit spanisch-maurischer Herkunft
    • Polvorones: schweres und krümeliges Schmalzgebäck mit Mandeln und Nüssen
    • Turrón: eine Variante des weißen Nougats aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiweiß
    • Pestiños: in Honig getauchtes Ölgebäck
    • Dass in Andalusien oft mehr Fisch als Fleisch zur Auswahl steht, deprimierte schon Ernest Hemingway, der befand: „Die Andalusier züchten prächtige Stiere, kämpfen großartig mit ihnen und bringen sie auf atemraubende Weise zu Tode – aber zubereiten können sie sie nicht.“ Eine Ausnahme ist jedoch der „rabo de toro“. Dabei handelt es sich um geschmorten Stierschwanz, der in Weinsauce serviert wird und als Delikatesse gilt.

      Gegessen wird in Andalusien insgesamt recht spät: mittags ab 14 Uhr und abends meistens nicht vor 21 oder 22 Uhr. Bei der Auswahl eines passenden Restaurants sollten Sie sich vom Ambiente und der Stimmung leiten lassen und spontan entscheiden. Am besten probieren Sie erst einmal ein paar Tapas. Wenn Ihnen diese nicht zusagen, ziehen Sie weiter zum nächsten Lokal – so machen es auch die Andalusier.

    Weinparadies Andalusien

    Auch Weinliebhaber kommen während einer Andalusien Rundreise auf ihre Kosten. Bereits in der Antike war Andalusien eine berühmte Weinbauregion und ist heute das zweitgrößte Weinbaugebiet ganz Spaniens. Besonders günstig für den Weinbau sind das Klima, die 3.000 Sonnenstunden im Jahr und die steilen Hänge und sanften Hügel sowie die wertvollen Mineralien im Boden. Die wichtigsten Weine Andalusiens sind der süße Málagawein aus der gleichnamigen Provinz, Sherryweine sowie Weine aus den Gebieten Montilla-Moriles und Condado de Huelva.

    Credit: @De Bodegas por España

    Besuchen Sie doch während Ihrer Andalusien Rundreise zum Beispiel auch diese von TripAdvisor mit dem Zertifikat für Exzellenz ausgezeichneten Weingüter:

    • Vina & Bodega Remsamen in Marbella
    • Bodega Garcia Hidalgo in Ronda
    • Bodegas Luis Perez in Jerez de la Frontera





    Schon gewusst? Zur Zeit der maurischen Besatzung war Alkohol aufgrund des muslimischen Glaubens eigentlich verboten und die Reben aus Jerez sollten sogar vernichtet werden. Doch dieses Verbot störte die Bevölkerung nicht: Die Menschen gaben vor, die Trauben für die Herstellung von Rosinen und Parfum oder zur Destillation von Alkohol zu medizinischen Zwecken zu benötigen und verarbeiteten sie dennoch zu edlen Tropfen.

    Auf den Spuren der AraberRoutenempfehlungKulinarikKlima und beste Reisezeit

    Klima und beste Reisezeit

    Wer eine Rundreise antritt, hofft natürlich auf bestes Wetter. Südspanien ist bekannt für seine vielen Sonnenstunden und hohen Temperaturen, weshalb Andalusien ein wunderbares Reiseziel ist. Aber auch hier unterscheidet sich das Klima je nach Stadt und Region – so kann es im Landesinneren im Sommer deutlich heißer werden als an der Küste. Welche Jahreszeit bietet sich also am besten für die Andalusien Rundreise an?

    Andalusiens Klima im Überblick:

    • Temperaturen von über 20 Grad schon im Frühjahr – perfekt für Wanderungen und Städtereisen
    • Heiße Sommer, vor allem im Landesinneren (z.B. Sevilla und Córdoba) mit Temperaturen von über 45 Grad
    • Achtung! Im Sommer wird es an den Küsten voll, wenn die Spanier selbst Ferien haben
    • Milde Winter an der Küste, dagegen gibt es Schnee in der Sierra Nevada – perfekt zum Skifahren!

    Als beste Reisezeit für die Andalusien Rundreise empfehlen wir das Frühjahr. Dann sind die Temperaturen bereits äußerst angenehm, aber Sie müssen beim Sightseeing nicht ins Schwitzen geraten. Außerdem blüht alles und es finden zahlreiche Feste statt, die einen Besuch unbedingt wert sind. Vom Festival de Patios in Córdoba, der Feria de abril in Sevilla bis zum Festival de Jerez hat Andalusien von März bis Mai so einiges für seine Besucher zu bieten. Auch die Semana Santa, die Heilige Woche von Palmsonntag bis Ostersonntag, wird vor allem in Sevilla mit zahlreichen Prozessionen aufwendig gefeiert.


    Klima in Málaga

    Average min and max temperatures in Málaga, Spain

    .. und Sevilla

    Average min and max temperatures in Seville, Spain

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