Aussichtspunkte Deutschland: Um malerische Ausblicke genießen zu können, müssen Sie nicht zwangsläufig in die Ferne schweifen. Auch in Deutschland gibt es einige beeindruckende Aussichtspunkte in der freien Natur. Zugspitze statt Himalaya: Entdecken Sie mit uns Naturwunder in schwindelerregender Höhe und die schönsten natürlichen Aussichtspunkte des Landes. Dabei locken nicht nur altbekannten Alpen-Klassiker, sondern auch weniger überlaufene Regionen mit Naturvielfalt und beeindruckenden Aussichten. Zugegeben, um diese erleben zu können, gilt es meist zunächst einige Stufen und Höhenmeter zu bewältigen. Oben angekommen, können Sie dann aber den Blick über die umliegenden Landschaften und Skylines schweifen lassen. Das sind die zehn schönsten Aussichtspunkte in Deutschland.

Das Gipfelkreuz auf der Zugspitze

Der Klassiker unter den natürlichen Aussichtspunkten ist ohne Zweifel der Gipfel der Zugspitze. Immerhin ist die Zugspitze mit 2.962 Metern der höchste Berg der Bundesrepublik. Die erste Besteigung des Gipfels wagte im Jahr 1820 der Vermessungsingenieur Josef Naus. Über drei offizielle Wanderwege geht es heute hinauf auf den Gipfel des Berges. Von Nordosten geht es aus dem Höllental hinauf, von Südosten leitet der Weg aus dem Reintal auf den Gipfel und alle Wanderer aus dem Westen erreichen ihn über das Österreichische Schneekar. Wer in Garmisch-Partenkirchen mit der Tour startet, sollte knapp zehn Stunden einplanen. Wem der Aufstieg zu beschwerlich ist, der kann ganz bequem mit der Eibsee-Seilbahn fahren, die in weniger als zehn Minuten die knapp 3.000 Höhenmeter bewältigt. Oben angekommen, bietet sich Ihnen ein beeindruckender Blick nach Österreich, in die Schweiz und bei gutem Wetter sogar bis nach Italien.

Bastei in der Sächsischen Schweiz

Knapp 250 Kilometer südöstlich vom Berliner Großstadtdschungel eröffnet sich Reisenden eine der wohl schönsten Landschaften Deutschlands. Zwischen dicht bewaldeten Hängen ragen rot-braune Felswände in den Himmel über dem Sandsteingebirge, das sich zwischen Deutschland und Tschechien erstreckt. Die beeindruckenden Felsformationen, die über tiefen Schluchten thronen, kennt man hierzulande als Sächsische Schweiz. Vor allem Wanderer zieht es in das Elbsandsteingebirge in Sachsen. Den besten Blick verspricht die 1851 erbaute Basteibrücke. Wo früher zunächst Raubritter ihr Unwesen trieben und dann die Romantiker die Kulisse für sich entdeckten, versammeln sich heute Naturfreunde und Wanderer, um die wohl berühmteste Felsformation der Region zu erkunden – und einen der landesweit schönsten Ausblicke zu genießen. Um zur Bastei zu gelangen, können Sie einen der Wanderwege hinauf nehmen oder die 194 Meter zur Aussichtsplattform mit dem Pendelbus zurücklegen. Über die Brücke gelangen Sie auch zur Felsenburg Neurathen.

Parkplatzgebühren für Autoreisende:

Parkplatz-Gebühren:
Bis 3 Stunden: 3 €
Ab 3 Stunden: 5,50 €
Bus: 11 €

Cloef an der Saarschleife

Die Saar schlängelt sich auf 235 Kilometern durch Frankreich und Deutschland und windet sich dabei in teilweise kunstvollen Schleifen durch die Regionen. Besonders gut gelingt das dem Fluss zwischen Mettlach, Orscholz und Dreisbach. Die Saarschleife ist längst zum Touristenmagneten und Wahrzeichen des Saarlandes avanciert. Kein Wunder, beeindruckt das Naturspektakel doch schon vom Boden aus mit grünen Wäldern, kleinen Rad- und Wanderwegen und dem Blick aufs Wasser. Noch eindrucksvoller ist die Saarschleife aber aus der Luft.

Vom Aussichtspunkt Cloef liegt einem die Flussschleife in all ihrer Schönheit im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen. Aus 180 Metern blicken Sie auf die dicht bewaldeten Uferwege und – bei gutem Wetter – Kilometerweit in die Ferne. Besonders schön ist der Blick in den frühen Morgenstunden, wenn sich noch nicht die Besuchermassen am „Cloef“ versammeln und das Naturwahrzeichen noch in morgendliche Nebelschwaden gehüllt ist. Aber auch zu anderen Tageszeiten und im gesamten Jahr ist dieser Aussichtspunkt in freier Natur ein Muss für jeden Wanderfreund und Aktivurlauber.

Teufelsberg Berlin

Wer denkt malerische Ausblicke bieten sich nur in idyllischen Landschaften und auf wilden Berggipfeln, der sollte einmal den Berliner Teufelsberg erkunden. 120 Meter ragt dieser im Westen der Stadt in den Himmel – und bietet neben der Aussicht noch einige andere Sehenswürdigkeiten. Vor allem die halb verfallene NSA-Abhörstation und die im Inneren der ehemaligen Spionageanlagen entstandenen Street-Art Galerien locken Besucher aus aller Welt an. Um das gesamte Gelände erkunden zu können, müssen sie knapp 7 Euro Eintritt zahlen.

Anschließend geht es über das Gelände hin zu den weiß verkleideten Kugeln und weiter hinauf zur Aussichtsplattform. Die bietet einen wirklich einmaligen Blick auf die Stadt und ihre Wahrzeichen auf der einen und den Grunewald auf der anderen Seite. Hobbyfotografen finden hier außerdem einige brauchbare Motive und Graffiti-Künstler mit etwas Glück noch einen freien Platz für ihr nächstes Meisterwerk. Der Trümmerberg ist übrigens nicht die einzige „natürliche“ Aussichtsplattform. Auch vom Kreuzberg aus, vorzugsweise im Viktoriapark, bietet sich einem ein malerischer Blick auf die bunte Hauptstadt.

Philosophenweg in Heidelberg

Und noch ein städtischer Aussichtspunkt hat es in unsere Auswahl geschafft: Der Philosophenweg in Heidelberg. Der inspirierte mit seinen Blumengärten, Sitzbänken und nicht zuletzt Ausblicken schon Johann Wolfgang von Goethe zu neuen Werken. Der Name des Weges kommt daher auch nicht von ungefähr. Dort wo einst Gelehrte auf die Stadt blickten, geht es heute für Urlauber und Heidelberger auf dem drei Kilometer langen Weg an den Sehenswürdigkeiten der Stadt entlang. Der Anstieg hinauf ist anstrengend, aber kurz und wird mit einem beeindruckenden Ausblick belohnt. Außerdem warten hier exotische Pflanzen, gemauerte Sitzecken, die Büste Eichendorffs und die Hölderin-Anlage.

Zwischen Weinberghängen und grünen Hecken fällt der Blick unterwegs immer wieder auf das Neckartal, die historische Altstadt oder auf die Heidelberger Schlossruine. Die ist ohnehin einen Besuch wert. Aber Vorsicht, hier gilt es den passenden Zeitpunkt für eine entspannte Besichtigung abzupassen. Ansonsten kommt man schnell den hier täglich anreisenden Busladungen an asiatischen Besuchern in die Quere.

Königsstuhl

So wunderschön! #Rügen #kreidefelsen #königsstuhl

Ein von Stephanie Schütze (@scrapmanufaktur) gepostetes Foto am

Und auch im sonst eher für seine weiten Horizonte und flachen Ebenen bekannten Norden des Landes gibt es einige malerische Aussichtspunkte. Auf der Insel Rügen beispielsweise. Die beeindruckt mit grünen Wäldern, schönen Stränden und weißen Kreidefelsen, die sich am Nationalpark Jasmund in den Himmel strecken. Der wohl berühmteste unter ihnen und gleichzeitig das meist fotografierte Motiv in der Region ist der Königsstuhl. Kein Wunder, blickt man von hier doch auf die gesamte Insel. Nur ein paar Kilometer entfernt, befindet sich außerdem eine weitere natürliche Aussichtsplattform, die Viktoriasicht. Der Weg hinauf ist nicht ganz so beschwerlich wie beim Königsstuhl, belohnt werden Sie zudem mit dem Ausblick auf eben diesen. Aber auch abseits der beliebten Aussichtspunkte gibt es auf Rügen einiges zu entdecken. Den Nationalpark Jasmund beispielsweise oder die vielen Meeresbuchten und Lagunen.

Pfänder am Bodensee

Wer schon immer den Bodensee aus luftigen Höhen sehen wollte, sollte den Pfänder erklimmen. Der Berg ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch der wohl berühmteste Aussichtspunkte der Region. Gelegen in der Naturidylle der Allgäuer Alpen gilt der Erlebnisberg auch als „Olymp der Urlaubsgötter“. Das wahre Highlight des Pfänder aber zeigt sich oben auf seinem Gipfel. Bei gutem Wetter und klarer Sicht reicht der Dreiländer-Blick von den Allgäuer Alpen über den Bregenzerwald bis hin zu den steilen Gipfeln des Arlberggebietes der Silvretta.

Unweigerlich fällt der Blick auf den Bodensee, der einem hier wahrlich zu Füßen liegt und die knapp 240 Alpengipfel in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Der perfekte Aussichtspunkt für Wanderer und Naturfreunde. Für die kleinen Gipfelstürmer gibt es zudem noch einen Wildpark und für alle Restaurants und reichlich Gelegenheit für eine entspannte Verschnaufpause. Im Winter sind die Ausblicke übrigens genauso beeindruckend wie im Sommer, dann können Sie die Pisten aber auch zum Skifahren und Snowboarden nutzen.

AlpspiX bei Garmisch-Partenkirchen

Zugegeben, die Zugspitze erwähnten wir bereits in unserer Top Ten der beliebtesten und schönsten Aussichtspunkte. Aber auch diese Aussichtsplattform hat einen Platz verdient. Immerhin beeindruckt die AlpspiX-Plattform selbst erfahrene Gipfelstürmer und Kletterer. Kein Wunder, ragen ihre beiden X-förmigen Stege doch knapp 25 Meter über die Bergwelt – und das rund 1.000 Meter über der Tiefe. Besonders Schwindelfreie wagen sich auf die verglasten Enden der Stahlaussichtsform. Von hier blicken Sie dann auf die Zugspitze, Waxensteine und die Alpspitz-Nordwand. Den Sykwalk zwischem Wolkendach und Höllental erreichen Sie am Besten zu Fuß oder ganz bequem mit einer der vielen Seilbahnen, die hier regelmäßig verkehren. Am Besten Sie verbinden den Marsch hinauf zur Zugspitze gleich mit dem Besuch der besonderen Aussichtsplattform in freier Natur. Der nächste Bahnhof ist der von Garmisch-Partenkirchen. Aber auch Autofahrer gelangen problemlos zum Fuße des Berges.

Der Königssee aus luftigen Höhen entdecken

Das können Sie von gleich zwei malerischen Aussichtspunkten Deutschland in freier Natur: Vom Malerwinkel und der Rabenwand. Vor allem erstere inspirierte schon viele Künstler zu berühmten Bergansichten. Und auch Urlauber und Wanderer haben den Aussichtspunkt längst für sich entdeckt. Kein Wunder, reicht der Blick von hier oben doch über den gesamten Königssee und die Region. Tatsächlich hat der Blick, der sich einem hier bietet, das klassische „See-Bild“ in besonderer Weise geprägt. Deutlich zu sehen an Werken von Max Wolfinger und Johann Baptist Isenring. Auch weniger künstlerisch Begabte können sich der Schönheit des Sees schwer entziehen. Am besten Sie erkunden zunächst den See selbst, bevor es dann auf einem der Wanderwege hinauf zum Aussichtspunkt am nördlichen Ufer des Königssees geht. Der zweite sehenswerte Aussichtspunkt ist die Rabenwand, die noch etwas höher liegt als der Malerwinkel und nicht weniger eindrucksvoll ist.

Loreley-Plateau

#Loreley #stgoarshausen #unescoworldheritage #oberesmittelrheintal #mittelrheintal

Ein von Max Spelleken (@maxspelleken) gepostetes Foto am

Das vielleicht bekannteste Aussichts-Plateau in unserer Liste der schönsten Aussichtspunkte in freier Natur ist die Loreley. Das Felsplateau am Rhein ist nicht nur längst Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, seit Jahrhunderten ranken sich um den Felsen auch Sagen und Märchen. Dafür sorgte nicht zuletzt Clemens Brentanos Ballade aus dem Jahr 1801, in der die schöne Loreley mit ihrem Gesang Seemänner derart verwirrte, dass sie von der Strömung am Felsenriff in die Tiefe gezogen wurden. Nicht nur deshalb gilt der Felsen nach wie vor als einer der mystischsten Orten in Deutschland. Aktuell wird die Aussichtsplattform übrigens rundum renoviert, damit sie bald in neuem Glanz erstrahlt. Bis dahin bieten auch die umliegenden Plätze malerische Ausblicke auf den Rhein und das Tal der Loreley. Der direkte Blick fällt übrigens auch auf die Burg Katz, noch eine Sehenswürdigkeit im Rheintal.