Seit 50 Jahren versammeln sich auf der Berliner Internationalen Tourismusbörse Vertreter aus den schönsten und interessantesten Urlaubsdestinationen der Welt. Aus den anfänglich fünf teilnehmenden Ländern wurden 180, die Besucherzahlen stiegen im vergangenen Jahr auf 114.000. Zum Jubiläum der größten Reisemesse weltweit, wirbt das Fernwehziel Malediven mit Nachhaltigkeit und Exotik. Wichtige Themen waren zudem die Auswirkungen des Terrorismus auf die Tourismusbranche und die Möglichkeiten des technischen Fortschritts für die Reisebranche. Wir waren unterwegs in den Messehallen und geben einen Überblick über Highlights und Trends der ITB 2016.

Vielfalt auf dem Reisemarkt

Partnerland und Urlaubsziel Malediven

Partnerland und Urlaubsziel

Für die Reisebranche ist die ITB der Höhepunkt des Jahres. Hier werden Trends getestet und festgelegt. Der erwartete Ansturm auf die Messestände blieb auch in diesem Jahr nicht aus. Bereits 2015 wollten sich 114.000 Besucher über altbekannte und exotische Reisedestinationen informieren. Für die Organisatoren ist der Ansturm Routine. Dementsprechend zügig verlief auch der Einlass. Bereits am Eingang prasseln Sprachen und Gerüche auf die Besucher ein. Ein Rundgang durch die ITB 2016. 50 Jahre ITB – das sind 50 Jahre voller exotischer Reiseziele, kulinarischer Entdeckungsreisen und beeindruckender Bühnenshows. Hier reiht sich auch der Auftritt des diesjährigen ITB-Partnerlandes Malediven ein. 60 Darsteller präsentierten das abwechslungsreiche Musical Odi oder Dhoi, dazu gab es exotische Freigetränke, Sandmalerei und maledivische Spezialitäten. Trotz einiger Kritikpunkte, den anhaltenden Machtkampf zwischen Regimeanhängern und der demokratischen Opposition betreffend, überzeugten die Malediven mit Offenheit und als Vorreiter nachhaltigem Tourismus. Tatsächlich eröffnen auf den mehr als 100 Urlaubsinseln des islamischen Inselstaates vermehrt selbstversorgende Ferienressorts und ökologische Luxusunterkünfte. Mehr zum Partnerland erfahren Sie hier.

Belgische Spezialität: Pralinen

Belgische Spezialität: Pralinen

Aber auch die anderen Länder, die auf der Internationalen Tourismusbörse vertreten waren, konnten überzeugen. So trumpfte Holland mit klassischen Klischees und einigen Köstlichkeiten auf. In der Mitte der Halle, größer als jemals zuvor, präsentiert sich das Land der Tulpen. Von denen gibt es dann auch reichlich am Stand. Dazu gibt es leckere „Stroopwaffeln“ und Einblicke in die Entwicklung der weniger bekannten holländischen Nationalparks. Auch Nachbarland Belgien präsentiert sich auf der diesjährigen ITB 2016 von seiner Schokoladenseite – im wahrsten Sinne des Wortes. Das für seine ausgefallenen Pralinenkreationen bekannte Land gab auch Besuchern die Möglichkeit ihr Können in der Süßwarenproduktion zu testen. Bis zu 80 Teilnehmer konnten sich in Workshops in der Pralinenherstellung üben und an der anschließenden Verkostung teilnehmen. Rumänien wiederum glänzte durch eine ganz eigene Tradition: Tanzeinlagen und die landestypischen Kleider sorgen hier für Unterhaltung.

Weniger unterhaltsam war übrigens die vielversprechende Blogger Corner in Halle 5.3. Zu klein und abgelegen, war der Treffpunkt für Reiseblogger in diesem Jahr.

Umso interessanter fanden wird die Veranstaltungen von Futouris, die ebenfalls mit einem Stand auf der ITB 2016 vertreten waren. Die Nachhaltigkeitsinitiative beschäftigt sich mit Ökotourismus und nachhaltigen Reisen. In diesem Jahr standen zudem die Möglichkeiten der Wasserreduzierung und ökologischer Urlaub in Entwicklungs- und Schwellenländern im Fokus der Standpräsenz. Gleich am Mittwoch lud Futouris zum abendlichen Get Get Together, bei dem sich alles um das Thema Sustainable Food gedreht hat. Natürlich mit passendem Buffet inklusive veganer Snacks und leckerer Quiche.

Das sind die Reise-Trends 2016

Urlaub an der Ostsee

Urlaub an der Ostsee

Auch wenn die ITB noch bis Sonntag ihre Türen für Besucher aus aller Welt geöffnet hat, lassen sich zur Halbzeit bereits einige Trends erkennen. So leiden vor allem der Tourismus in der Türkei und Ägypten unter den Terroranschlägen der vergangenen Monate. Paris-Urlauber lassen sich hingegen weniger von den Ereignissen im letzten Jahr beeinflussen. Die Stadt der Liebe verzeichnete kurze Zeit nach den Anschlägen bereits wieder Erfolgszahlen. Erfreulich für Deutschland: Der Reiseboom im eigenen Land hält an. Um fünf Prozent stiegen die Übernachtungen im Januar 2016 im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Und auch bei ausländischen Besuchern steht die Bundesrepublik weiter ganz oben auf der Reiseagenda. Die fortschreitende Digitalisierung hält ebenfalls Einzug in die Tourismusbranche. Nachdem Online-Buchungsportale die Rolle der Reisebüros übernommen haben, werden auf der ITB 2016 die Möglichkeiten des technischen Fortschritts und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt diskutiert. So könnten humanoide Roboter in Zukunft Serviceaufgaben übernehmen, für mehr als nur Check-In zuständig sein. Was wie Zukunftsmusik klingt, ist in Teilen der Welt bereits Praxis. In Japan gibt es Roboter-Hotels und Restaurants, in denen Gäste nur mit Computern kommunizieren und von Robotern bedient werden. Bleibt abzuwarten, ob und wie sich dieser Trend in den kommenden Jahren entwickeln wird. Einen Besuch wert ist die ITB auch in diesem Jahr. Gut, dass Sie noch drei weitere Tage Zeit haben sich selbst davon zu überzeugen.