Thüringer Wurst, grüne Parklandschaften und immer wieder Goethe. Das alles erwartet Urlauber bei einer Städtereise in der Universitätsstadt Weimar. Die lockt seit jeher nicht nur Künstler und Literaten, sondern auch zahlreiche Touristen, die sich von den Sehenswürdigkeiten und dem unaufgeregten Charme Weimars gefangen nehmen lassen. Vor allem Goethes Geburtshaus, das Bauhaus Museum und das Stadtschloss locken zahlreiche Besucher. Aber auch einige andere Attraktionen, Parks und Gärten sind hier einen Besuch wert. Wir zeigen Ihnen, welche Weimar Sehenswürdigkeiten Sie dabei nicht verpassen sollten und was zu einem Urlaub in Weimar noch dazugehört.

Goethes Wohnhaus

Goethe, Goethe und noch mehr Goethe. In Weimar wandeln Sie immer auch auf den Spuren des weltberühmten Schriftstellers. Der verbrachte immerhin einen Großteil seines Lebens in der Kulturstadt und begründete gemeinsam mit Schiller und Herder den Ruf Weimars als geistiges Zentrum Deutschlands. Ein Muss für jeden Weimar-Urlauber ist der Besuch von Goethes Wohnhaus, in welchem er insgesamt 50 Jahre bis zu seinem Tod lebte. Das Haus, das er zunächst als Mieter und später als Eigentümer bewohnte, diente ihm nicht nur als Wohn- und Arbeitsdomizil, sondern auch als Möglichkeit seine Kunst- und Naturaliensammlung zu erweitern. Heute gilt es als eines der wichtigsten Zeugnisse des klassischen Weimars und lässt sich Dienstags bis Sonntags besichtigen.

Öffnungszeiten im Winter:  Di – So: 9:30 Uhr bis 16:00 Uhr

Bauhaus-Museum

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Mehr als 300 Exponate und eine knapp 100-jährige Geschichte erwarten Urlauber im Weimarer Bauhaus-Museum. Seit der Gründung des Staatlichen Bauhaus von Walter Gropius im Jahr 1919 gilt die Schule als wegweisend für die klassische Moderne und die moderne Kunst im Allgemeinen. Intention war es, eben diese nicht länger vom Handwerk zu trennen, sondern beides zusammenzuführen. Viele der bahnbrechenden Ideen Deutschlands erfolgreichsten Exportartikels können Urlauber heute im Museum bestaunen. Darunter Werke des Gründungsdirektors Gropius sowie von Bauhaus-Pionieren wie Paul Klee, Josef Hartwig oder Marianne Brandt. Aktuell noch provisorisch im ehemaligen Kulissenhaus ausgestellt, können sich Weimar-Besucher ab 2018 auf ein neues Museum freuen. In direkter Nachbarschaft entsteht gerade eines der modernsten und beeindruckendsten Gebäude Weimars. Aber auch jetzt lohnt ein Abstecher in das Bauhaus-Museum. Das können Sie im Sommer und Winter zwischen 10 und 18 Uhr beziehungsweise 10 und 16 Uhr besuchen.

Schloss Belvedere

Auch eine Vielzahl an Schlössern können Sie in der ehemaligen Residenzstadt bewundern. Vor allem das Schloss Belvedere lockt dabei zahlreiche Besucher nach Weimar. Es ist das bedeutendste Lustschlösschen, das unter Herzog Ernst August erbaut wurden. Rund 20 dieser Jagd- und Lustschlösser entstanden in dieser Zeit. Beeindruckend ist nicht nur das Innere des Schlosses, auch seine Nebengebäude, die Orangerie und die Gartenlandschaften sind einen Ausflug wert. Im Schloss selbst zeugen Ausstellungsstücke von seiner Geschichte und der des Kunsthandwerks. Wer die barocke Schlossanlage selber erkunden möchte, hat dazu von Ende März bis Ende Oktober Gelegenheit. Im Winter hat das Schloss leider geschlossen. Dafür locken dann andere Weimar Sehenswürdigkeiten.

Schillers Wohnhaus

Obwohl nicht ganz so lange in Weimar zu Hause wie sein berühmter Weggefährte Goethe, verbrachte Schiller doch seine letzten drei Lebensjahre in der Kulturstadt und kam hier mit anderen Künstlern in Kontakt. In dieser Zeit entstanden auch seine letzten großen Dramen, darunter „Messina“ und „Wilhelm Tell“. Wer auf den Spuren des berühmten Dichters wandeln möchte, für den ist der Besuch des Wohnhauses Pflicht. In den 80er Jahren entstand ein Anbau, in dem sich heute das Schiller Museum befindet. Das enthält dann zahlreiche Ausstellungsstücke zum Leben und Wirken Schillers. Den Abschluss der „historischen Wohnhäuser“ bildet das Liszt-Haus, in welchem der Komponist die Sommermonate verbrachte. Begegnet sind die beiden sich übrigens nie. Schiller starb bereits im Jahr 1805, fünf Jahre, bevor Liszt geboren wurde.

Öffnungszeiten  im Winter:  Di – So: 9:30 Uhr bis 16:00 Uhr

Kulinarik-Tipp: Weimar kann mehr als Thüringer Wurst (wobei die natürlich auch nicht zu verachten ist 🙂). Das zeigt sich auch in den vielen Restaurants, Cafés und Bars. Mit Blick auf die Residenz können Sie im Residenz-Café, das auch das älteste der Stadt ist, eine Kaffee trinken oder im Sommer auf den vielen Grünflächen picknicken.

Weimars Marktplatz

Hier beginnen und enden Stadtrundgänge, hier lässt sich Weimars lange Geschichte am besten spüren. Wer die Stadt erkunden möchte, bummelt vom Marktplatz aus zunächst am Rathaus entlang und dann weiter durch die Schillerstraße zum Theater. Rundherum reihen sich Uhrmacher an Cafés, renovierte an historische Gebäude. Der bunte Stilmix setzt sich aus neugotischen Gebäuden und Renaissancehäusern zusammen und lädt zu Pausen zwischen den Sightseeingtouren ein. Herzstück ist aber das Rathaus, das im Winter festlich beleuchtet wird. Dann findet hier auch einer der schönsten Weihnachtsmärkte Thüringens statt. Nebenan befindet sich zudem die Tourist-Information, von der die zweimal täglich geführten Touren durch die Goethe-Stadt starten.

Gedenkstätte Buchenwald

Nur wenige Kilometer nördlich von Weimar befindet sich mit der Gedenkstätte Buchenwald eine der größten Gedenkstätten an die Verbrechen der Nationalsozialisten in ganz Deutschland. Hier wo zwischen 1937 und 1945 Hunderttausende Menschen starben, erinnern heute Ausstellungen an Folter und die Gräuel des größten KZs im deutschen Reich. Nach der Befreiung der Alliierten nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gelände als Internierungslager, bevor es anschließend von der DDR in eine Nationale Mahn- und Gedenkstätte umgewandelt wurde. Heute erfahren Besucher hier in Ausstellungen alles über die dunkle Vergangenheit des ehemaligen Konzentrationslagers. Seit April 2016 zum Beispiel in der Dauerausstellung „Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945“. Die Gedenkstätte hat täglich ab 10 Uhr geöffnet, die Ausstellungen sind allerdings montags geschlossen.

Weimar im Sommer: Wenn die Temperaturen steigen, zieht es die jungen Studenten der Universitätsstadt wieder auf die Straßen in Weimars Altstadt. Auch Urlauber können hier den lauen Sommerabend auskosten. Ansonsten geht es in den Park von Tiefurt, in dem das Weimarer Sommertheater stattfindet oder zum alljährlichen Kunstfest.

Das Stadtschloss

Früher Regierungssitz und Wohnstätte der Herzöge, ist das Stadtschloss heute ein beliebter Anlaufpunkt für Urlauber und Weimarer. Bereits im Jahr 1913 wurde die barocke, dreigeschossige Schlossanlage fertiggestellt. Heute befinden sich hier einige der bedeutendsten Kunstausstellungen der Stadt in der Cranach-Galerie. Zu finden sind unter anderem Werke von Cranach, Dürer sowie Kunstwerke aus der deutschen Romantik und des Klassizismus. Beeindruckend sind aber auch Räume des Schlosses selbst. So gehören der Festsaal, das große Treppenhaus und und die große Galerie zu den schönsten Prunkräumen Europas. Direkt hinter dem Schloss erstreckt sich der Park an der Ilm mit Goethes berühmten Gartenhaus. Das Stadtschloss hat im ganzen Jahr für Sie geöffnet und kostet für Erwachsene 7,50 Euro und für Schüler 2,50 Euro.

Park an der Ilm

Grünflächen und Parks gibt es in Weimar reichlich. Schon vor 150 Jahren hielt der Schriftsteller Adolf Stahr fest: „Weimar ist eigentlich ein Park, in welchem eine Stadt liegt“. Und noch heute wird deutlich, was er damit meinte. Weimar ist eben nicht nur eine Stadt der Dichter und Denker, sondern auch der Gärten. In die zog es dann auch Goethe, Schiller und Herder, die hier Inspiration und Ruhe fanden. Drei Landschaftsparks prägen das Stadtbild rund um die Ilm. Der größte und beliebteste unter ihnen ist zweifellos der Park an der Ilm, auch Goethe-Park genannt. Immerhin war er auch Standort für Goethes Sommerhaus mit Blick auf den Flusslauf. Goethe war auch maßgeblich an der Gestaltung des Stadtparks beteiligt, ließ Blumen und Pflanzen einpflanzen und Gehwege erweitern. Legendär ist der Weg, der vom Haus der Frau von Stein bis zu seinem Gartenhaus führte. Aber auch das Römische Haus, der erste klassizistische Bau Weimars finden Besucher im Park an der Ilm. Wer auf den Geschmack gekommen ist, sollte seine Gärten-Tour im Tiefurter Park fortsetzen – für viele der schönste Landschaftspark Weimars.

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Nicht nur was für Bücherwürmer. Unsere nächste Weimar Sehenswürdigkeit ist eine der ältesten und bekanntesten Bibliotheken des Landes. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek verdankt ihrem Ruhm ihrer Namensgeberin, aber auch Carl August sowie Johann Wolfgang von Goethe, der hier als Bibliothekar arbeitete. Bekannt wurde sie aber auch durch das verheerende Feuer im Jahr 2004, in dem alleine 50.000 Bücher und zahlreiche Kunstwerke den Flammen zum Opfer fielen. Zwölf Jahre später deutet im Rokokosaal nichts mehr auf dieses Ereignis hin. Stattdessen zieht es wieder Tausende Menschen im Jahr in das Grüne Schloss. Die Besucherzahl für diesen Teil der Bibliothek ist aus konservatorischen Gründen limitiert. Es lohnt sich außerdem die Karten vorzubestellen. Grund ist die große Nachfrage. Karten für den Renaissancesaal zu erhalten, ist etwas unkomplizierter, aber auch hier lohnt eine frühzeitige Anfrage.

Tipp für Sparfüchse: Wer zwei oder mehr Tage in Weimar ist und Geld sparen möchte, sollte über den Kauf einer weimar card nachdenken. Mit der können Sie kostenfrei an einer Stadtführung teilnehmen, Theateraufführen und das Kunstfest Weimar sowie zahlreiche Museen gratis besuchen. Die Karte können Sie an der Tourist-Info für 27,50 Euro erwerben.

Weimar-Haus

Auf eine Zeitreise in die Zeit der Klassiker gegeben sich die Besucher dieser Weimar Sehenswürdigkeit. Das Weimar-Haus macht Geschichte wieder lebendig. Das erleben Weimar-Besucher ab der ersten Sekunde. Dabei geht es von der Frühzeit bis in das Weimar Goethes. Das Weimar-Haus gilt deshalb als eines der wichtigsten Museen der Stadt und hat täglich für Interessierte geöffnet. Von April bis September sind Besucher von 9:30 bis 18:30 Uhr herzlich willkommen, im Winter schließt es eine Stunde früher. Für Erwachsene kostet der Eintritt dann 7 Euro, Schüler und Studenten zahlen 5,50 Euro. Nicht nur was für Geschichtsfans – das Weimar-Haus.