Urlaub auf Malta: Kulturmix im Mittelmeer

Malta

Seit über zehn Jahren gehört der südeuropäische Inselstaat bereits zur Europäischen Union. Schon 2008 wurde der Euro eingeführt. Höchste Zeit also, das Land, das mit 316 Quadratkilometern sogar kleiner als Bremen ist, kennenzulernen. Auf den drei bewohnten Inseln des Malta-Archipels erwarten Besucher ein Mix aus Kulturen, Sprachen und architektonischen Sehenswürdigkeiten. Hinzu kommen maltesische Kulinarik, malerische Strände und allerhand kuriose Traditionen. Eine Reise auf das maltesische Archipel.

Sehenswürdigkeiten und Traditionen auf Malta

Comino
Comino

Aktuell locken wieder viele Reiseseiten mit Schnäppchenflügen und günstigen Hotelangeboten. Eines der gefragtesten Urlaubsziele für die Ostertage ist Malta. Das maltesische Archipel ragt zwischen Sizilien und Tunesien ins Mittelmeer. Vor allem auf den drei bewohnten Hauptinseln Malta, Comino und Gozo locken beeindruckende Sakralbauten und historische Festungsanlagen. Bei einem Spaziergang durch Valletta, der Hauptstadt Maltas, durch Rabat oder entlang der Küste wird die lange Geschichte des kleinen Inselstaates lebendig. Immerhin regierten bereits die Phönizier, die Griechen, Römer, Araber, Spanier, Franzosen und zuletzt die Engländer über den Zwergstaat. Diese Einflüsse sind in Malta allgegenwärtig, die Städte gleichen Freilichtmuseen, auf den Märkten und in den Gassen hört man einen scheinbar wilden Sprachmix, Malti. Gesprochen wird Malti von den knapp 400.000 Einwohnern der Insel, die aber ebenso gut Englisch sprechen. Die Mischung aus Phönizischem und arabischen Einflüssen mag für Urlauber nach Kauderwelsch klingen, die Malteser haben 2004 trotzdem durchsetzen können, dass ihre wahrlich einzigartige Mundart als offizielle EU-Sprache anerkannt wird. Beim genauen Zuhören, entdeckt man italienische und französische Sprachfetzen, unverkennbar ist der arabische Einfluss auf die Sprache der Malteser. Doch der Sprachmix ist nicht das Einzige, was Urlauber als skurril empfinden.

Religion und Tradition auf Malta
Religion und Tradition auf Malta
Die Traditionen des streng religiösen Landes ließen schon manch einen Besucher Maltas ungläubig mit dem Kopf schütteln. So auch bei einem Blick auf die vielen Kirchturmuhren, die sich erst auf den zweiten Blick als aufgemalt entpuppen – und alle unterschiedliche Zeiten anzeigen. Die Attrappen sollen den Teufel derart verwirren, dass er es nicht rechtzeitig zur Messe schafft. Ihre Gotteshäuser sind den Maltesern heilig. Seit Jahren wetteifern sie um die prunkvollsten und größten Kirchen. Zwei der drei größten Kuppelkirchen befinden sich dann auch auf dem kleinen Inselstaat. Doch nicht nur die Kirchen sind sehenswert. Gleich drei Kulturstätten Maltas gehören zum UNESCO-Welterbe. Neben der barocken Hauptstadt Vallettas (Kulturhauptstadt 2018), gehören auch die Tempelanlagen von Hal-Saflieni und die Ggantija Tempel auf Gozo dazu. Es gibt einige Sehenswürdigkeiten, die bei keinem Malta-Besuch fehlen dürfen. Die Top 3 der beliebtesten Attraktionen Maltas im Überblick.

Platz 1: St. John´s Co-Cathedral

Die Konkathedrale in der maltesischen Hauptstadt Valletta ist der zweite Sitz des Erzbischofs von Malta und wurde bereits 1578 errichtet. Obwohl von Außen eher schlicht und unauffällig, verbergen sich im Inneren der Kirche prunkvolle Kalkstein-Dekorationen. Und auch die vielen Kapellen, die sich links und rechts des Mittelgangs erstrecken, beeindrucken durch reiche Verzierungen. Das bedeutendste Kunstwerk ist das der Enthauptung Johannes des Täufers von Caraveggio aus dem Jahr 1608. Weitere Kunstwerke werden im angrenzenden Kathedralmuseum ausgestellt.

Platz 2: Blaues Fenster

Das Blaue Fenster
Das Blaue Fenster

Der zweite Platz der beliebtesten Sehenswürdigkeiten ist das Blaue Fenster oder Azure Window im Westen der maltesischen Insel Gozo. Gemeint ist die Felsformation, die einen Blick auf das Meer erlaubt. Entstanden ist der Torbogen durch den Einsturz zweier Höhlen. Auch heute ist die Felsformation starken Umwelteinflüssen ausgesetzt, die zuletzt im Jahr 2012 zu einem partiellen Abrutschen führten. Seitdem ist es Touristen auch untersagt auf den Torbogen zu klettern. Als Fotomotiv eignet sich das Blaue Fenster trotzdem noch.

 

Platz 3: Altstadt von Mdina

Neben der UNESCO-Welterbe-Altstadt Vallettas gehört auch der Besuch Mdinas zu einem Urlaub auf Malta. Die arabischen Einflüsse sind hier unverkennbar. Schon der Name leitet sich aus der Sprache der ehemaligen Besetzer ab. Medina sind vor allem im nordafrikanischen Raum Altstädte. Die Geschichte dieser Altstadt geht bis auf das 870 zurück, als die Araber das maltesische Archipel eroberten und die römischer Besetzer vertrieben. Tagsüber drängen sich Touristen durch die kleinen Gassen und entlang der vielen Sandsteinbauten. Am Abend macht Mdina ihrem Beinamen als stille Stadt dann alle Ehre. Mit nur einem Hotel und wenigen Restaurants gilt Medina zumindest nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr als Touristenmagnet. Sehenswert ist auch die Kathedrale St. Paul.

Kurioses aus Malta: Von Vogeljägern und Hollywoodstars

Malteser Spezialitäten
Malteser Spezialitäten

Dass die Malteser ihre Traditionen pflegen, zeigte nicht zuletzt ihr Einsatz zur Aufnahme Maltis als EU-Sprache. Im Rahmen der Verhandlungen konnten sie weitere Sonderrechte aushandeln. Insgesamt 70 dieser Sonderregelungen finden sich in den EU-Gesetzen. So wird die Neutralität der Insel nicht angegriffen, Abtreibungen bleiben verboten, Vogeljagd hingegen erlaubt. Wobei die EU zumindest bei letzterem Einschränkungen erwirken konnte. „Nur“ noch eine Million Zugvögel dürfen die Malteser seit 2004 vom Himmel schießen. Weniger skurril kommt einem da das maltesische Essen vor. Tatsächlich erlebt die klassische Küche auf Malta gerade eine Renaissance. Dazu kommen Einflüsse aus dem arabischen und europäischen Raum, der auch auf dem Teller einen bunten Mix schafft. Nudelaufläufe, Fischspezialitäten und Pizza stehen auf den Speisekarten der maltesischen Restaurants. Vor allem die Nähe zu Italien lässt sich rausschmecken. In den vergangenen Jahren sind aber auch immer mehr exotisch klingende Namen hinzugekommen – und eben auch die Klassiker maltesischer Küche. In den kleinen pastizzerija finden Urlauber zudem süßes und deftiges Gebäck.

Das alles macht Malta und die Nachbarinseln Gozo und Comino nicht nur zu beliebten Zielen für einen Urlaub auf Malta, auch Hollywood hat das Potenzial der mittelalterlichen Festungen als Drehort entdeckt. Brad Pitt kämpfte genauso zwischen den Sandsteinbauten wie Russel Crowe in „Gladiator“, Sean Connery ließ hier seinen James Bond durch die Gassen streifen, in denen Humphrey Bogart schon 1941 den Detektiv Sam Spade gab. Auch nach Drehschluss zieht es immer mehr Promis auf die beschaulichen Inseln und in die malerischen Altstädte. Wen das noch nicht überzeugt, der lässt sich vielleicht von den knapp 300 Sonnentagen beeindrucken, die Malteser jedes Jahr erleben dürfen. Während wir noch auf den Frühling warten, herrschen auf Malta bereits sonnige 20 Grad. Und die Temperaturen sinken auch im Dezember nicht unter die 10 Grad-Grenze.

Für alle, die weitere Anregungen brauchen: Entdecken Sie hier die schönsten Ziele für den Frühjahrsurlaub und die interessantesten Veranstaltungen rund um die Welt. Vom St. Patricks Day in Dublin bis zum Sauna Tag in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Oder Sie erfahren mehr über Traumziele im heimischen Land.

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