UNESCO-Welterbe: Die Welt als Museum

1.052 Denkmäler, 165 Länder, einmal rund um den Globus. Die Zahlen der UNESCO-Welterbe-Liste sind mindestens genauso beeindruckend wie die Sehenswürdigkeiten, die sie enthält. Seit 1978 werden jedes Jahr die beeindruckendsten, geschichtsträchtigsten und bedeutendsten Stätten mit der Aufnahme in die UNESCO-Liste ausgezeichnet. Heute befinden sich nahezu sämtliche bekannten Sehenswürdigkeiten in der Liste, von der Freiheitsstatue, die Besucher in New York begrüßt bis zur Zeche Zollverein in Essen. Wir zeigen Ihnen, welche dieser bekannten Attraktionen und Naturdenkmäler Sie gesehen haben müssen und welche Stätten – zu Unrecht – noch unbekannt sind.

UNESCO-Welterbe in Deutschland: Von Berlin nach Quedlingburg

Auf den Spuren der Menschheitsgeschichte wandeln und atemberaubende Naturlandschaften erleben – wer sich auf eine Reise entlang der schönsten UNESCO-Welterbestätten begibt, trifft auf herausragende Zeugnisse der vergangenen Jahrtausende. Alleine in Deutschland gibt es 41 dieser ausgezeichneten Denkmäler, Stadtensembles und Naturlandschaften. Darunter das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer, die Berliner Museumsinsel und die Altstadt von Quedlingburg. Wer die Sehenswürdigkeiten entdecken möchte, kann dies mit Städtereisen verbinden oder sich direkt auf die Reise entlang der UNESCO-Routen machen. Die führen dann zum Beispiel von Berlin über Wittenberg bis nach Eisleben oder durch das Obere Mittelrheintal. Das sind einige der beeindruckendsten Welterbestätten in der Bundesrepublik:

Der Kölner Dom

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Eine der wohl (auch weltweit) bekanntesten Welterbestätten in Deutschland ist der Kölner Dom. Das Wahrzeichen der Stadt wurde 1996 in die Liste aufgenommen. Sein Gegenstück in Aachen war 1978 übrigens die erste deutsche Stätte, der dieser Titel zuerkannt wurde.

Hamburger Speicherstadt und Kontorhausviertel

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Eine der jüngsten deutschen UNESCO-Stätten: die Hamburger Speicherstadt. Erst 2015 in die begehrte Liste aufgenommen, sorgte der Titel für mächtig Medienwirbel und steigende Besucherzahlen. Auch in diesem Jahr konnte Deutschland wieder punkten: 2016 wurden zwei Häuser der Weissendorf-Siedlung in Stuttgart aufgenommen.

Dass die UNESCO ihr Anliegen Bauwerke und Landschaften zu schützen ernst nimmt, zeigt die Aberkennung des Titels der Kulturlandschaft Dresdner Elbtal im Jahr 2009. Erst drei Jahre zuvor wurde die Flächen feierlich aufgenommen in die Liste der UNESCO. Mit dem Bau der Waldschlößchenbrücke sah die Gemeinschaft den Landschaftsraum als gefährdet an und revidierte die vorausgegangene Entscheidung.

Museumsinsel in Berlin

In kaum einer deutschen Stadt ist die Dichte an historischen Gebäuden höher als in Berlin. Kein Wunder also, dass es die Museumsinsel auch in die Liste des Weltkulturerbes geschafft hat. Die Keimzelle der Berliner Museumslandschaft ist eine der bedeutendsten Komplexe seiner Art und gehört seit 1999 zum offiziellen UNESCO-Welterbe.

Die Altstadt von Lübeck

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Wer einmal durch die Altstadt der Hansestadt geht, fühlt sich sofort zurückversetzt in vergangene Zeiten. Die Altstadt mit ihren sieben Türmen, kleinen Gängen und Wasserwegen wurde dann auch bereits im Jahr 1987 in die Welterbe-Liste aufgenommen. Ebenfalls Teil des Altstadtensembles – das Holstentor.

Zeche Zollverein

Eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art ist der Industriekomplex Zeche Zollverein in Essen, der es 2001 in die Liste geschafft hat. Früher als Bergwerk benutzt, ist die „schönste Zeche der Welt“ heute Veranstaltungsort und Museum, das jedes Jahr von knapp 1,5 Millionen Menschen besucht wird. Einen Besuch wert ist diese Stätte auf jeden Fall.

Einige weitere Sehenswürdigkeiten gelten schon seit einigen Jahren als Anwärter für den beliebten Titel, darunter auch das Märchenschloss Neuschwanstein. Und auch Augsburg wartet bereits seit Längerem mit den Themen Wasser und Brunnenkunst auf den heiß begehrten Titel.

Oberes Mittelrheintal

Ein Beispiel dafür, dass ganze Landschaftsabschnitte ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes werden können, ist das Obere Mittelrheintal, das 2002 in die Liste aufgenommen wurde. Die Kulturlandschaft erstreckt sich von Bingen bis zum Rheinischen Schiefergebirge und führt dabei auch entlang des Durchbruchstals des Rheins. Unterwegs begegnen einem rebenbesetzte Weinberge, auf Felsen türmende Burgen und malerische Ausblicke. Diese inspirierten bereits Dichter, wie Heinrich Heine zu Lobeshymnen auf die Region. Das berühmteste unter ihnen ist dann auch sein Loreleylied.

Die UNESCO-Auszeichnung ist aber mehr als ein Garant für Touristenströme und hohe Besucherzahlen, in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung und Modernisierung hebt sie Historisches bewusst in den Vordergrund und schützt die Gebäude und Landschaften gleichzeitig vor Veränderungen. Um den Anforderungen der modernen Zeit gerecht zu werden, werden seit einigen Jahren auch Kulturformen und Brauchtum unter den Schutz der UNESCO gestellt. Das immaterielle Kulturerbe umfasst unter anderem die deutsche Weihnachtsmarkt-Kultur und die französische Küche. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen UNESCO zeichnet auch die Stätten aus, die es für zukünftige Generationen unbedingt zu bewahren gilt.

Welterbe rund um den Globus

Die Welterbe-Stätten zählen zu den beliebtesten Zielen und Sehenswürdigkeiten rund um den Globus. Millionen Besucher strömen jedes Jahr an die Ostküste der USA, um die Freiheitsstatue zu bestaunen, ihres Zeichens Weltkulturerbe seit 1984. Aber auch weniger bekannte und mindestens genauso beeindruckende Sehenswürdigkeiten haben es in die UNESCO-Klassifizierung geschafft. Wir zeigen Ihnen eine kleine Auswahl der größten und beliebtesten Welterbe-Stätten auf unserem Planeten.

Die Chinesische Mauer

Mit bis zu neun Millionen ausländischen Besuchern jedes Jahr ist diese UNESCO-Welterbestätte eine der meistbesuchten – und eine der beeindruckendsten obendrein. Die längste Mauer der Welt hat eine Länge von genau 21.196,18 Kilometern. Erbaut und stetig erweitert wurde sie bereits ab dem 7. Jahrhundert vor Christus, bis sie während der Ming-Dynastie ihre heutige Form einnahm. Seither gilt sie als eine der größten und bedeutendsten Attraktionen der Welt – und ist seit 1987 auch Teil des Weltkulturerbes.

Angkor Wat

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Kambodscha ist längst kein Geheimtipp mehr unter Backpackern und Erlebnisreisenden. Malerische Strände und eine bewegte Geschichte gepaart mit neuem Lebensmut machen den Reiz des Landes aus, das noch vor einigen Jahren unter Diktatur und Krieg zu leiden hatte. Heute zieht es jedes Jahr mehrere Millionen Touristen nach Kambodscha und hin zu seiner berühmtesten Sehenswürdigkeit – Angkor Wat. Die beeindruckende Tempelanlage ist das nationale Heiligtum und Symbol Kambodschas, das sich auch auf der Flagge und Geldscheinen des Landes wiederfindet. 1992 wurde Angkor Wat in die UNESCO-Liste aufgenommen.

Machu Picchu

Die größte Touristenattraktion Südamerikas ist seit 1983 Teil des Weltkulturerbes. Zurecht. Immerhin gibt es kaum ein beeindruckenderes Zeugnis der Baukunst der Inkas. Wiederentdeckt wurde die Ruinenstadt erst im Jahr 1911. Seither zieht es jedes Jahr Millionen Menschen auf den 2.430 Meter hohen Gipfel, auf dem die Inka-Stadt erbaut wurde. Knapp 2.000 Menschen machen sich jeden Tag auf den beschwerlichen Weg hinauf und werden mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Und doch bedroht die stetig wachsende Beliebtheit Machu Picchus die Ruinen. Die UNESCO wehrt sich deshalb gegen den Bau einer Seilbahn vom kleinen Dorf Aguas Calientes hinauf nach Machu Picchu. Die würde den Touristenstrom noch verstärken und die Gefahr für Erdrutsche erhöhen – bislang mit Erfolg.

Petra

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Lange Zeit verborgen, war auch diese Sehenswürdigkeit im Nahen Osten: Petra. Die sagenumwobene Felsenstadt galt 1.200 Jahre als verschollen und wurde für Europa erst in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wiederentdeckt. Früher war Petra die prächtige Hauptstadt der Nabatäer, eine Handelsmetropole gelegen an der legendären „Weihrauchstraße“. In den prächtigen Häusern lebten wohlhabende Handelsfamilien, die in den roten Sandstein gebauten Höhlen dienten als Ruhestätten Verstorbener. Thomas Edward Lawrence (Lawrence von Arabien) nannte Petra einst „den herrlichsten Ort der Welt“. Und auch heute noch zieht es jedes Jahr zahlreiche Touristen an die sagenumwobene Stätte in Jordanien. Die erreichen Besucher übrigens nur entlang eines schmalen Gebirgspfades oder durch eine 1,5 Kilometer lange Schlucht, den Siq. Seit 1985 ist Petra Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Und unzählige mehr haben es in die Liste der UNESCO-Welterbestätten geschafft, die übrigens jedes Jahr um neue Welterben ergänzt wird. Welches ist Ihr Favorit? Wussten Sie übrigens, dass es auch eine finnische Kartonfabrik unter die UNESCO-Attraktionen geschafft hat? Sehenswert – und bislang unterschätzt – wird auch die kasachische Schwelle (Saryarka). Die 450.344 Hektar große Steppen- und Seenlandschaft umfasst eine Vielzahl bedrohter Tierarten.

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