Vom Köln nach Dortmund, von Aachen nach Oberhausen. In Nordrhein-Westfalen wohnen nicht nur die meisten Menschen Deutschlands, hier locken auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten und einige UNESCO-Welterbestätten. Die wohl berühmtesten sind der Kölner Dom, das Aachener Äquivalent, die Zeche Zollverein und der Signal Iduna Park. Dazwischen gibt es einige weniger bekannte, aber umso interessantere Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Darunter ein geschichtsträchtiges Schloss, futuristische Brücken und Überbleibsel aus der Zeit als Kohle- und Stahlregion. Wir stellen das Bundesland rund um die Metropolregion Rhein-Ruhr vor und zeigen Ihnen die Top 10 der Sehenswürdigkeiten in NRW, die man gesehen haben muss.

Platz 1: Der Kölner Dom

Dies NRW Sehenswürdigkeit darf bei keinem Urlaub in dem bevölkerungsreichsten Bundesland fehlen. Er ist Kölns Sehenswürdigkeit Nummer eins und eine der bekanntesten Kirchen der Welt. Schon 1996 erklärte die UNESCO die dritthöchste Kirche weltweit zu einem der größten europäischen Meisterwerke und zum Weltkulturerbe. Wer nach Köln reist, kommt an dem gotischen Sakralbau ohnehin nicht vorbei. Immerhin steht er im Herzen Kölns, unweit des Hauptbahnhofs. Bahnreisende werden so mit dem Blick auf die 157 Meter hohen Türme begrüßt. Seit jeher gilt der Dom aber nicht nur als Anlaufpunkt für Touristen, sondern auch als bedeutende Wallfahrtsstätte, soll sie doch die Gebeine der Heiligen Drei Könige beherbergen. Mit mehr als 25.000 Besuchern täglich gehört der Kölner Dom außerdem zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in NRW und ganz Deutschland.

Den Dom unter heutigen Bedingungen zu bauen, wäre übrigens ein Mammutprojekt, das den Staat knapp 10 Milliarden Euro kosten würde. Immerhin müssten dafür knapp 160.000 Tonnen Sandstein, Basaltlava und andere exotisch klingende Baumaterialien geliefert werden. Der Bau des Doms zog sich deshalb auch über einen Zeitraum von 632 Jahren. Gut also, dass wir diese Sehenswürdigkeit in NRW bereits haben.

Platz 2: Aachener Dom

Nicht ganz so bekannt wie sein Kölner Nachbar, aber genauso beeindruckend, ist der Aachener Dom, auch Aachener Münster genannt. Die Geschichte des prachtvollen Sakralgebäudes begann bereits vor 1.200 Jahren unter der Anleitung von Karl des Großen. Erdacht als Abbild des Himmlischen Jerusalems soll er die Berührung von Irdischem und Himmlischem symbolisieren. Kein Wunder also, dass der Aachener Dom als Wallfahrtskirche auch alle sieben Jahre Gläubige aus aller Welt anlockt. Wer sich weniger für die Geschichte des Doms interessiert, wird sich doch von seiner Architektur begeistern lassen. Die wird von antiken Säulen, Kapitellen und bronzenen Gittern, bunten Glasfenstern und einem überdimensionalen Barbarossaleuchter geprägt. Im Dom befinden sich zudem ein Königsthron und einzigartige Mosaiken sowie das Grab seines kaiserlichen Erbauers. 1978 wurde der Dom als UNESCO-Welterbestätte ausgezeichnet. Der Dom hat täglich von 7:00 Uhr bis 18:00 Uhr beziehungsweise 19:00 Uhr für Besucher geöffnet. Lust auf einen 3-D-Rundgang in dieser Sehenswürdigkeit in NRW? Dann entdecken Sie den Dom schon einmal vorab.

Platz 3: Zeche Zollverein

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Noch ein Mitglied der UNESCO-Welterbeliste hat es in unsere Top 10 der beliebtesten Sehenswürdigkeiten NRW geschafft. Die ehemals größte Steinkohlezeche beeindruckt nicht nur durch ihre Größe. Heute gilt sie als berühmtestes Wahrzeichen des Ruhrgebiets und lockt jedes Jahr mehr als zwei Millionen Menschen an. Teile der Zeche Zollverein können übrigens für Geburtstage und Hochzeiten gebucht werden. Für alle Interessierten hat sie im ganzen Jahr geöffnet. Das Gelände beherbergt neben einigen Schachtanlagen auch eine Kokerei. Blickfang aber ist das 55 Meter hohe Doppelblockfördergerüst, das nicht nur optisch den Mittelpunkt des Areals bildet. In Betrieb genommen wurde der Industriekomplex übrigens in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit zwei Jahren erreichen Besucher die Zeche Zollverein auch mit dem Direktbus, seitdem hat das Gelände eine eigene Buslinie mit sechs Haltestellen und zwei E-Bussen. Der Zollverein ist zudem Standort von Büros, Unternehmen und Austragungsort des renommierten Red Dot Awards.

Ticketpreise

Eintritt Außengelände: frei

Ruhr Museum: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro

Red Dot Design Museum: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro

Platz 4: Signal Iduna Park

„Nur der BVB“: Diesen Ausruf dürften NRW-Urlauber öfter vernehmen. Vor allem in und rund um Dortmund ist die Fanliebe zu ihrem Verein groß. Dass die Stadt im Ruhrgebiet nicht nur eines der besten Fußballteams Deutschlands hat, sondern auch die besten Fans zeigt sich im Stadion des BVB: das frühere Westfalenstadion. Mit 81.360 Zuschauerplätzen ist das Stadion das größte in der Bundesrepublik. Für Fans ist die Spielstätte an der Strobelallee ihr „Tempel“ und das wohl schönste Stadion der Welt. Und selbst Nicht-BVB-Fans lassen sich von der einmaligen Atmosphäre im Stadion, der Glasfassade und der größten Stehplatztribüne Europas mitreißen. Die Modernisierung und Ausbau des Stadions wurden bereits vor über 40 Jahren beschlossen. 1974 wurde das neue Stadion der Dortmunder dann eröffnet und stetig umgebaut und erweitert – und bricht seitdem Besucherrekorde. Die Heimspieltermine des BVB finden Sie auf der Webseite des Vereins und des Signal Iduna Parks.

Tipp: Auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten NRW gibt es einige Besonderheiten zu entdecken. Die Rehberger-Brücke zum Beispiel, die im Juni 2011 eingeweiht wurde. Die „Sliky springs to fame“ kostete knapp fünf Millionen Euro und konnte bereits den Stahl-Innovationspreis, den „Oscar der Stahlbau-Branche“ abstauben. Genauso sehenswert und spektakulär ist das Kunstwerk Tiger & Turtle, eine begehbare Achterbahn aus 90 Tonnen Stahl auf 17 Stützen, von dem Sie den besten Blick auf die umliegende Landschaft rund um Duisburg haben.

Platz 5: Rheinuferpromenade Düsseldorf

Hierher zieht es nicht nur die Düsseldorfer, sondern auch Urlauber und Städtereisende. Vor allem im Sommer wird die Rheinuferpromenade zu der Flaniermeile in NRW. Auch bei niedrigen Temperaturen ist die Promenade voll mit Spaziergängern und Shoppingfans. Die kommen direkt aus der Altstadt, um den Blick auf den Rhein oder ein Essen in den umliegenden Restaurants zu genießen. Erst in den 1990er Jahren zur heutigen Promenade umgewandelt, erfreut sie sich längst großer Beliebtheit und gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in NRW. Die vielen Banken, Grünflächen und die Freitreppe am Burgplatz eignen sich perfekt, um dem Treiben auf der Uferstraße zuzusehen oder die Sonne zu genießen. Sie ist auch Schauplatz einiger jährlicher Veranstaltungen, des Düsseldorf-Marathons beispielsweise oder des Düsseldorfer Karnevals. Sehenswert sind übrigens auch der MedienHafen und die „“, die berühmte Düsseldorfer Einkaufsmeile.

Platz 6: Schwebebahn Wuppertal

Ein einmaliges Erlebnis und zu Recht eine der Top Sehenswürdigkeiten NRW ist die Wuppertaler Schwebebahn. Seit mehr als 100 Jahren rattert das berühmte Wahrzeichen der Stadt hoch über den Straßen Wuppertals und beförderte so schon 1,5 Milliarden Menschen von einem Ort zum Anderen. Doch die Schwebebahn ist nicht nur Wuppertaler Attraktion, sie ist auch das wichtigste Nahverkehrsmittel der Stadt. Die Stützen und Träger, die sich durch die gesamte Stadt bahnen, stammen zu größten Teilen aus der wilhelminischen Kaiserzeit. Die Wagen sind allesamt neu und wurden erst im Dezember 2016 eingeweiht. Wer einmal mit der Schwebebahn fahren möchte, der muss nicht lange warten. Die Schwebebahn fährt zu den Hauptverkehrszeiten alle vier bis acht Minuten und bringt Sie schnell durch die Stadt – immer mit dabei, ein einmaliger Ausblick. Ein Tagesticket kostet 6,80 Euro, eine Fahrt kostet 2,70 Euro. Ein verdienter sechster Platz in unserer Top 10 der NRW Sehenswürdigkeiten.

Platz 7: Gasometer in Oberhausen

A projection of our beautiful #planet at the „Wunder der Natur“-exhibition

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In NRW scheinen sich Superlative an Superlative zu reihen. Von der ältesten Zeche bis hin zur höchsten Ausstellungs- und Veranstaltungshalle Europas. Die findet sich in Oberhausen. Unmittelbar am Rhein-Herne-Kanal gelegen, bietet das Gasometer Oberhausen die perfekte Fläche für beeindruckende Veranstaltungen und Ausstellungen. Mit mehr als 750.000 hat die Ausstellung „Wunder der Natur“ einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Die mittlerweile 15. Ausstellung in dem Industriedenkmal läuft seit März 2016 und wird noch bis November 2017 für Aufsehen und vor allem viele Besucher sorgen. Früher diente der Gasometer übrigens zur Gichtgas-Speicherung für die umliegenden Hochöfen. Heute erinnert er eindrucksvoll an die Schwerindustrie und gehört seit 2006 auch zur Europäischen Route der Industriekultur. Highlight der aktuellen Ausstellung ist übrigens eine 20 Meter große Erdkugel. Tickets können Sie vor Ort oder ganz bequem online kaufen.

Platz 8: Kölner Philharmonie

Noch eine Kölner Attraktion hat es in unsere Liste der Top Ten Sehenswürdigkeiten NRW geschafft – die Kölner Philharmonie. Der bereits im Jahr 1986 eröffnete Konzertsaal findet sich im Gebäudekomplex des Museums Ludwig und des Wallraff-Richartz-Museums. Die Raumakustik, die den Besuch der Philharmonie zu einem besonderen Erlebnis macht, ergibt sich aus der Architektur des Konzertsaals. Der wurde einem Amphitheater nachempfunden, in dem sich keine zwei Wände gegenüberliegen. Der Innenraum der Philharmonie bietet dann auch Platz für bis zu 2.000 Menschen, die hier Orchester- und Klassikkonzerten lauschen. Die Karten für die Sinfoniekonzerte von bekannten Künstlern aus aller Welt können Sie vorab online kaufen oder an den Verkaufsstellen des Veranstalters KölnMusik erwerben. Auf der Webseite dieser Köln Sehenswürdigkeit erfahren Sie zudem alles über anstehende Konzerte, Öffnungszeiten und Preise.

Musicalland NRW: In gleich zwei Städten können Muscialfans ihrer Leidenschaft nachgehen und Tarzan, den Tanz der Vampire oder andere Musicalhighlights bewundern. In Oberhausen wechseln die Stücke dabei in regelmäßigen Abständen, während das Bochumer Starlight Express längst zur Musicalinstitution geworden ist. Das Musical rund um Rusty, die junge Dampflok zog in den vergangenen 28 Jahren mehr als 16 Millionen Besucher in seinen Bann.

Platz 9: Schloss Drachenburg

Der Rhein gehört nicht nur zu den längsten Flüssen Deutschlands, er gilt mit seinen Weinhängen und Burgen auch als einer der romantischsten Wasserwege des Landes. Überhaupt reihen sich in NRW zahlreiche Schlösser an eindrucksvolle Burgen und alte Herrenhäuser. Zu den beeindruckendsten Burgen im „Burgen- und Schlösser-Land Nordrhein-Westfalen“ gehört zweifellos das Schloss Drachenburg. Das schlossartige Anwesen auf dem Drachenfels in Königswinter wurde bereits im Jahr 1882 auf Wunsch des Barons Stephan von Sarter erbaut. Der frühere Börsenanalyst lebte allerdings nie selber in der Mischung aus Villa, Burg und Schloss. Nach seinem Tod wurde es abwechselnd als Volksvergnügungspark, Christliches Internat und Wochenendresidenz seiner Mieter genutzt. Schließlich erfolgte Anfang der 2000er Jahre eine Rundum-Sanierung, die 2009 erfolgreich beendet werden konnte. Heute steht das Schloss Besuchern wieder offen und gehört längst zu den gefragtesten Sehenswürdigkeiten NRW.

Eintritt

Erwachsene-Tickets: 7 Euro
Kinder/Ermäßigungsberechtigte: 5 Euro

Platz 10: Bundeskanzleramt Bonn

Auch, wenn Bonn nicht als Highlight bei einer NRW-Reise gilt, gibt es hier doch einiges zu sehen und entdecken. Vor allem das Bonner Kanzleramt lockt jedes Jahr Besucher aus allen Teilen der Welt. Das einstige Machtzentrum der Bundesrepublik lässt Geschichte leben. Früher regierten hier Helmut Schmidt und auch Helmut Kohl und Gerhard Schröder waren Hausherren, bevor es dann für den Großteil der Bundesregierung in die Hauptstadt Berlin ging. Helmut Schmidt war es auch, der den Vorplatz des Gebäudes umbauen und die Skulptur Two Large Forms von Henry Moore aufstellen ließ. 1982 kam die Kopfplastik von Konrad Adenauer hinzu. Heute haben Besucher die Möglichkeit auf den Spuren der alten Republik zu wandeln und den Kanzlerbungalow zu besichtigen. Dafür müssen Sie sich knapp eine halbe Stunde vor Beginn der sogenannten offenen Begleitungen um 14 Uhr und 15 Uhr eintragen und einen gültigen Personalausweis vorzeigen. Wer schon einmal in Bonn ist, kann dann den nächsten Stopp beim Haus der Geschichte einlegen. Das informiert in einer umfangreichen Ausstellung über die Geschichte der Bundesrepublik und der DDR.